Steu­er-Gewerk­schaft kri­ti­siert Steu­er­po­li­tik der Bundesregierung

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Chef der Deut­schen Steu­er-Gewerk­schaft hat schar­fe Kri­tik an der Steu­er­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung in Zusam­men­hang mit den „Ent­las­tungs­pa­ke­ten” geäu­ßert. „Es ist erschre­ckend, auf welch unver­ant­wort­li­che Wei­se die Poli­tik ins Steu­er­recht ein­greift, nur weil sie nicht weiß, wie sie den von ihr gewünsch­ten sozia­len Aus­gleich bei den Staats­hil­fen sonst hin­be­kom­men soll”, sag­te Flo­ri­an Köb­ler der „Welt am Sonn­tag”. Die Besteue­rung der Gas­preis­brem­se hält er für verfassungswidrig. 

„Bei der Gas­preis­brem­se gibt es über­haupt kei­nen Ertrag, Ver­brau­cher zah­len ledig­lich weni­ger für Gas – ver­steu­ern sol­len sie es trotz­dem”, sag­te er. Gera­de das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ent­wi­cke­le mun­ter Steu­er­ideen, die nicht zur Sys­te­ma­tik des Steu­er­rechts pass­ten. Auch den Vor­schlag des Sach­ver­stän­di­gen­rats der Bun­des­re­gie­rung, den Spit­zen­steu­er­satz zu erhö­hen, lehn­te Köb­ler ab. „Wer Steu­er­ge­set­ze für kurz­fris­ti­ge Umver­tei­lungs­zwe­cke miss­braucht, muss sich nicht wun­dern, wenn die Bereit­schaft schwin­det, über­haupt Steu­ern zu zah­len”, kom­men­tier­te Köb­ler. Ange­sichts des erwar­te­ten Fach­kräf­te­man­gels in der Steu­er­ver­wal­tung for­dert er eine Ver­ein­fa­chung der Geset­ze. „Ich gehe davon aus, dass bis zum Jahr 2030 rund 40.000 der aktu­ell 120.000 Stel­len aus Alters­grün­den neu besetzt wer­den müs­sen. Woher die Men­schen kom­men sol­len, ist mir ein Rät­sel”, sag­te Köb­ler. Des­halb gehe kein Weg dar­an vor­bei, dass mehr Steu­er­erklä­run­gen durch den Com­pu­ter erle­digt wür­den. „Dafür müs­sen wir nicht nur sehr viel mehr Geld in die Digi­ta­li­sie­rung und in künst­li­che Intel­li­genz ste­cken, wir brau­chen auch ein ein­fa­che­res Steu­er­recht”, sag­te er. Köb­ler sprach sich dafür aus, bei­spiels­wei­se Pau­scha­len für Wer­bungs­kos­ten und den Spa­rer-Pausch­be­trag deut­lich hoch­set­zen. Dadurch fie­len die auf­wen­di­gen Ein­zel­nach­wei­se weg. „Wir soll­ten dahin kom­men, dass nor­ma­le Arbeit­neh­mer grund­sätz­lich kei­ne Steu­er­erklä­rung mehr machen müs­sen”, sag­te Köbler.

Foto: Ein­kom­men­steu­er, über dts Nachrichtenagentur

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