Tarif­ver­hand­lungs­run­de im Öffent­li­chen Dienst endet ohne Ergebnis

Pots­dam (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die ers­te Run­de in den Tarif­ver­hand­lun­gen für die rund 2,5 Mil­lio­nen Beschäf­tig­ten des öffent­li­chen Diens­tes von Bund und Kom­mu­nen ist ohne Ergeb­nis ver­tagt wor­den. Der DBB kün­dig­te im Anschluss an die Ver­hand­lun­gen Pro­tes­te an. Ver­di-Vor­sit­zen­der Frank Wer­ne­ke sag­te am Diens­tag in Pots­dam: „Ein posi­ti­ves Signal an die Beschäf­tig­ten ist lei­der aus­ge­blie­ben. Die mate­ri­el­len Sor­gen und die Über­las­tungs­si­tua­ti­on im öffent­li­chen Dienst wer­den zwar zur Kennt­nis genom­men, blei­ben aber ohne Lösungsvorschläge.” 

Die Ver­hand­lun­gen hät­ten in einer sach­li­chen Atmo­sphä­re statt­ge­fun­den, so Wer­ne­ke. Aller­dings las­se sich die Situa­ti­on im öffent­li­chen Dienst von Bund und Kom­mu­nen nicht mit freund­li­chen Wor­ten und stän­di­gen Ver­wei­sen auf die Kas­sen­la­ge hei­len. „Ob Pan­de­mie oder die Fol­gen des Krie­ges in der Ukrai­ne – der öffent­li­che Dienst ist gefor­dert wie nie: Die Beleg­schaf­ten wer­den sich in die­ser Tarif­run­de nicht mit war­men Wor­ten abspei­sen las­sen”, sag­te der Ver­di-Chef. DBB-Bun­des­vor­sit­zen­der Ulrich Sil­ber­bach sag­te: „Bund und Kom­mu­nen brin­gen das Kunst­stück fer­tig, gegen Tarif­ri­tua­le zu wet­tern, die sie selbst immer wie­der erzwin­gen. Wir brau­chen ein ver­hand­lungs­fä­hi­ges Ange­bot und nicht die­se Ritua­le der Respekt­lo­sig­keit.” Sei­ne Kol­le­gen ver­lang­ten „zu recht”, dass ihre Real­lohn­ver­lus­te aus­ge­gli­chen wer­den. „Es kann nicht sein, dass die, die uns so sicher durch die Mehr­fach­kri­sen der letz­ten Jah­re geführt haben, jetzt auch noch Zeche dafür zah­len sol­len. Das erzeugt Frust und der wird sich auf Stra­ßen und in Betrie­ben zei­gen”, kün­dig­te der DBB-Chef an. Man wer­de in den nächs­ten Tagen und Wochen eine Viel­zahl von Pro­test­ak­tio­nen und Warn­streiks orga­ni­sie­ren, um den Druck auf BMI und VKA zu erhö­hen. „Es geht dabei dar­um, wirk­sa­me und schmerz­haf­te Nadel­sti­che zu set­zen”, so Vol­ker Gey­er, DBB-Fach­vor­stand Tarif­po­li­tik. „Wir haben jetzt etwa einen Monat bis zur nächs­ten Ver­hand­lungs­run­de. Zeit, den Arbeit­ge­bern klar­zu­ma­chen, dass war­me Wor­te nicht rei­chen, wenn wir für die Wär­me in unse­ren Woh­nun­gen jetzt Strom- und Gas­rech­nun­gen in bis­her nicht vor­stell­ba­rer Höhe zu beglei­chen haben.” Die Gewerk­schaf­ten for­dern eine Erhö­hung der Tabel­len­ent­gel­te um 10,5 Pro­zent, min­des­tens aber 500 Euro mehr, bei einer Lauf­zeit von 12 Mona­ten. Die Tarif­ver­hand­lun­gen star­ten im Janu­ar 2023. Betei­ligt sind die Gewerk­schaf­ten Ver­di, GdP, GEW, IG BAU, DBB und Tarif­uni­on. Kon­kret soll ver­han­delt wer­den am 24. Janu­ar, 22. und 23. Febru­ar und schließ­lich am 27. und 28. März, jeweils in Pots­dam. Vom Tarif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) sind ins­ge­samt über 2,5 Mil­lio­nen Beschäf­tig­te direkt oder indi­rekt betrof­fen: Fast 1,6 Mil­lio­nen Arbeit­neh­mer des Bun­des und der Kom­mu­nen, sowie Aus­zu­bil­den­de, Prak­ti­kan­ten sowie Stu­die­ren­de in aus­bil­dungs­in­te­grier­ten dua­len Stu­di­en­gän­gen und auch knapp 190.000 Bun­des­be­am­te, Anwär­ter sowie über 500.000 Ver­sor­gungs­emp­fän­ger beim Bund, auf die der Tarif­ab­schluss über­tra­gen wer­den soll. Mit­tel­bar hat die Ein­kom­mens­run­de auch Aus­wir­kun­gen für wei­te­re Berei­che des öffent­li­chen Diens­tes, bei­spiels­wei­se bei der Bun­des­agen­tur für Arbeit oder in der Rentenversicherung.

Foto: Ange­stell­te, über dts Nachrichtenagentur

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