Thü­rin­gens Innen­mi­nis­ter für Vor­be­rei­tung eines AfD-Verbots

Erfurt (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Thü­rin­gens Innen­mi­nis­ter Georg Mai­er (SPD) for­dert nach den Raz­zi­en im Zusam­men­hang mit Umsturz­plä­nen von „Reichs­bür­gern” die Vor­be­rei­tung eines AfD-Ver­bots. „Ich bin der Auf­fas­sung, dass man das Ver­bots­ver­fah­ren jetzt vor­be­rei­ten soll­te”, sag­te er der „taz” (Don­ners­tags­aus­ga­be). Eini­ge Kri­te­ri­en, die Grund­la­ge für ein Par­tei­ver­bot sei­en, erfül­le die AfD eindeutig. 

„Die AfD ist klar ver­fas­sungs­feind­lich – das haben wir belegt”, so der SPD-Poli­ti­ker, der auch Lan­des­chef sei­ner Par­tei ist. „Die AfD ver­heim­licht kaum noch, dass sie ver­sucht, unse­re frei­heit­lich demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung zu besei­ti­gen. Sie strebt ja nicht nach demo­kra­ti­schen Mehr­hei­ten im Par­tei­en­wett­be­werb, son­dern sie möch­te die­ses Sys­tem über­win­den.” Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te in sei­nem Urteil zur NPD ver­schie­de­ne Kri­te­ri­en für ein Par­tei­ver­bot fest­ge­legt. Dazu gehört, dass die ent­spre­chen­de Par­tei wesent­li­che Prin­zi­pi­en des Grund­ge­set­zes ablehnt, ins­be­son­de­re die Garan­tie der Men­schen­wür­de und den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz. Hin­zu kommt die Rele­vanz, also dass die Par­tei die Mög­lich­keit hat, ihre Zie­le umzu­set­zen. Und drit­tens eine aggres­siv-kämp­fe­ri­sche Hal­tung, also Gewalt­be­reit­schaft. Nach Ansicht von Mai­er gibt es auch an Rele­vanz der AfD kei­ne Zwei­fel. „Ihre Bedeu­tung ist lei­der auch ein­deu­tig gege­ben. Laut Umfra­gen könn­te die AfD in Thü­rin­gen stärks­te Kraft sein, und das kann in ande­ren Bun­des­län­dern auch der Fall sein.” Jetzt kämen neue Bele­ge hin­zu – die Fest­nah­men eines AfD-Mit­glieds im Zusam­men­hang mit den Umsturz­vor­be­rei­tun­gen von „Reichs­bür­gern”. Zudem sei es durch­aus bereits „aggres­si­ves Ver­hal­ten” gewe­sen, als AfD-Abge­ord­ne­te vor zwei Jah­ren Stö­rern Zugang zum Bun­des­tag ver­schafft hat­ten. „All das soll­te man jetzt zusam­men­tra­gen.” Die Bun­des­an­walt­schaft hat­te am Mitt­woch ver­gan­ge­ner Woche 25 mut­maß­li­che „Reichs­bür­ger” fest­neh­men las­sen. 22 von ihnen wirft sie vor, Mit­glied einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung zu sein, die das poli­ti­sche Sys­tem stür­zen woll­te. Nach Anga­ben aus Sicher­heits­krei­sen woll­ten die Ver­schwö­rer meh­re­re „Hei­mat­schutz­kom­pa­nien” bil­den, die nach einem Umsturz auch Fest­nah­men und Exe­ku­tio­nen durch­füh­ren soll­ten. Eine der Fest­ge­nom­me­nen ist eine ehe­ma­li­ge AfD-Bundestagsabgeordnete.

Foto: AfD-Pla­kat, über dts Nachrichtenagentur

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