Tipp eines ande­ren Geheim­diens­tes führ­te zu BND-Doppelagent

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der mut­maß­li­che Dop­pel­agent im Bun­des­nach­rich­ten­dienst (BND) wur­de durch einen Tipp eines aus­län­di­schen Geheim­diens­tes ent­tarnt. Ein west­li­cher Nach­rich­ten­dienst soll vor meh­re­ren Wochen im rus­si­schen Appa­rat Daten ent­deckt haben, die ein­deu­tig dem BND zuzu­ord­nen waren, berich­tet der „Spie­gel”. Es soll sich um eines oder meh­re­re Doku­men­te gehan­delt haben, in denen es um Erkennt­nis­se zu Russ­land ging. 

Durch die War­nung des aus­län­di­schen Geheim­diens­tes gelang es Sicher­heits­exper­ten des BND, die undich­te Stel­le zu iden­ti­fi­zie­ren. Bei dem mut­maß­li­chen Dop­pel­agen­ten han­delt es sich um Cars­ten L., der als Refe­rats­lei­ter in der Abtei­lung „Tech­ni­sche Auf­klä­rung” arbei­te­te. Der Gene­ral­bun­des­an­walt ermit­telt gegen den Beam­ten wegen des Ver­dachts des Lan­des­ver­rats. Laut „Spiegel”-Bericht geriet im Rah­men der Ermitt­lun­gen auch eine wei­te­re Per­son, die beim BND arbei­tet, ins Visier der Fahn­der. Sie soll Doku­men­te an ihrem Dienst­com­pu­ter geöff­net haben, die für die Ermitt­lun­gen rele­vant sind. Der Gene­ral­bun­des­an­walt führt die Per­son als Beschul­dig­te in dem Ver­fah­ren gegen Cars­ten L. Aller­dings berich­ten mit den Ermitt­lun­gen Ver­trau­te, dass sich der Ver­dacht nicht erhär­tet habe. Es gel­te inzwi­schen als unwahr­schein­lich, dass auch die­se Per­son einem rus­si­schen Geheim­dienst zuge­ar­bei­tet habe. Wahr­schein­lich sei eher, dass der mut­maß­li­che Dop­pel­agent L. ver­sucht habe, über die ande­re Per­son den Ver­dacht von sich selbst abzu­len­ken, hieß es.

Foto: Bun­des­nach­rich­ten­dienst, über dts Nachrichtenagentur

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