Uni­on atta­ckiert Grü­ne für Vor­stoß zu Alko­hol und Zigaretten

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Uni­on hat die Grü­nen für Über­le­gun­gen, die Ver­füg­bar­keit von Alko­hol und Tabak künf­tig ein­zu­schrän­ken, scharf kri­ti­siert. „Pünkt­lich zur Zeit der guten Neu­jahrs­vor­sät­ze leben bei den Grü­nen wie­der klas­si­sche Ver­bots­fan­ta­sien auf”, sag­te der CDU-Gesund­heits­po­li­ti­ker Tino Sor­ge der „Welt” (Mon­tags­aus­ga­be). „Den Zugang zu Tabak und Alko­hol erschwe­ren, aber die ille­ga­le Dro­ge Can­na­bis breit ver­füg­bar machen – grö­ßer könn­ten die Wider­sprü­che in der Ampel kaum sein.” 

In der Koali­ti­on sei man sich nicht mehr sicher, „wel­che Dro­gen nun gut und wel­che schlecht sind”, kri­ti­sier­te Sor­ge. Spä­tes­tens im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren wer­de die Ampel in die­ser Fra­ge an sich selbst schei­tern: „Die FDP wird die weit­rei­chen­den Ver­bots­fan­ta­sien der Grü­nen nicht mit­tra­gen.” Die Dro­gen- und Sucht­po­li­tik der Ampel sei „völ­lig fest­ge­fah­ren zwi­schen Ideo­lo­gie und Ver­bots­ideen, unrea­lis­ti­schen Zie­len und wirt­schaft­lich frag­wür­di­gen For­de­run­gen”, so der CDU-Poli­ti­ker. Die Erfah­run­gen aus ande­ren Staa­ten bestä­tig­ten, dass auch Wer­be­ver­bo­te und hohe Steu­ern kein Garant für gerin­ge­ren Kon­sum sind. „Die ver­meint­lich ein­fachs­ten Mit­tel sind eben nicht die wirk­sams­ten.” Sinn­vol­ler als kate­go­ri­sche Ver­bo­te wäre es, wenn die Ampel-Koali­ti­on zum Ende der Coro­na-Pan­de­mie den Brei­ten­sport sub­stan­zi­ell för­dern wür­de. Das hät­te einen unmit­tel­ba­ren und nach­hal­ti­gen Effekt auf die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung. Zudem müss­ten die Ange­bo­te zur Früh­auf­klä­rung und Prä­ven­ti­on aus­ge­baut wer­den. In Schu­len, Sport­ver­ei­nen und über die sozia­len Medi­en müs­se die kla­re Bot­schaft lau­ten: „Alko­hol und Tabak sind abso­lut schäd­lich und allen­falls in Maßen zu genie­ßen, im bes­ten Fall über­haupt nicht.” Auch die Kon­trol­len an Ver­kaufs­stel­len müss­ten kon­se­quen­ter umge­setzt wer­den. Lin­da Heit­mann, Bericht­erstat­te­rin für Dro­gen- und Sucht­po­li­tik der Grü­nen-Frak­ti­on im Bun­des­tag, hat­te sich zuvor dafür aus­ge­spro­chen, die Ver­füg­bar­keit der lega­len Sucht­mit­tel ein­zu­schrän­ken. Heit­mann sag­te der Zei­tung: „Wir brau­chen ein gene­rel­les Umden­ken in Bezug auf lega­le Dro­gen, um zu einem ver­ant­wor­tungs­vol­le­ren Umgang mit die­sen Sub­stan­zen zu kom­men. Wir müs­sen Ver­füg­bar­keit und ‘Cool­ness­fak­tor‘ der Sucht­mit­tel verändern.”

Foto: Wod­ka-Fla­schen, über dts Nachrichtenagentur

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