Ver­di droht mit Streiks im Öffent­li­chen Dienst

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Gewerk­schaft Ver­di droht damit, in der Lohn­run­de für den Öffent­li­chen Dienst die Arbeit nie­der­zu­le­gen. „Wenn es nötig ist, dann strei­ken wir”, sag­te Ver­di-Chef Frank Wer­ne­ke der „Süd­deut­schen Zei­tung”. An die­sem Diens­tag begin­nen die Ver­hand­lun­gen für 2,5 Mil­lio­nen Beschäf­tig­te, dar­un­ter Erzie­he­rin­nen, Kli­nik­per­so­nal und Müllwerker. 

Wie wahr­schein­lich Streiks sind, hän­ge von den Arbeit­ge­bern in Bund und Gemein­den ab, sag­te Wer­ne­ke. Sie soll­ten zur zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de im Febru­ar ein Lohn­an­ge­bot vor­le­gen, das eine Eini­gung ermög­li­che. „Lei­der hat die Unsit­te Ein­zug gehal­ten, bis zur letz­ten Ver­hand­lungs­nacht über­haupt kein ernst­haf­tes Ange­bot zu machen. Wer so agiert, darf sich über Warn­streiks nicht beschwe­ren.” Wenn es zu Warn­streiks kom­me, beträ­fen sie den gesam­ten Öffent­li­chen Dienst. Es wer­den har­te Aus­ein­an­der­set­zun­gen erwar­tet, da Ver­di und Beam­ten­bund 10,5 Pro­zent mehr Lohn for­dern. Wer­ne­ke nann­te die For­de­rung ange­sichts einer Infla­ti­ons­ra­te von 7,9 Pro­zent 2022 und von ihm erwar­te­ten sechs bis acht Pro­zent in die­sem Jahr abso­lut ange­mes­sen: „Die Infla­ti­on frisst den Men­schen ein Loch ins Porte­mon­naie. Die Prei­se galop­pie­ren, die Neben­kos­ten explo­die­ren.” Etli­che Beschäf­tig­te müss­ten ihren Lohn mit Bür­ger­geld auf­sto­cken, dem frü­he­ren Hartz IV. Wer­ne­ke kün­dig­te an, den Schwer­punkt der Tarif­run­de auf Arbeit­neh­mer mit gerin­gen oder mitt­le­ren Ein­kom­men legen: „Auf die Müll­wer­ker oder Ver­wal­tungs­an­ge­stell­ten, die mit 2000 Euro net­to nach Hau­se gehen und trotz­dem die Prei­se von Mün­chen und ande­ren Groß­städ­ten zah­len müs­sen”. Die­se Beschäf­tig­ten wür­den beson­ders davon pro­fi­tie­ren, wenn die Gewerk­schaft wie geplant eine Min­dest-Lohn­er­hö­hung von 500 Euro im Monat durch­setzt. Wer­ne­ke beschei­nig­te der Bun­des­re­gie­rung, die Ent­las­tung der Bür­ger von der Infla­ti­on fal­le ein­drucks­voll aus. Es feh­le aber die sozia­le Balan­ce. Men­schen mit viel Geld will Wer­ne­ke nun auf ande­re Wei­se für die Finan­zie­rung der Kri­se her­an­zie­hen. „Es ist höchs­te Zeit für einen Ener­gie-Soli.” Den sol­len alle bezah­len, die unter den Spit­zen­steu­er­satz fal­len. Außer­dem sei es ein Skan­dal, dass auf Kapi­tal­erträ­ge weni­ger Steu­ern gezahlt wer­den müs­sen als auf Arbeits­ein­kom­men. „So posi­tiv ich vie­les fin­de, was die Bun­des­re­gie­rung macht: Was Gerech­tig­keit angeht, ist die Ampel blind. Das liegt wahr­schein­lich dar­an, dass die FDP sol­chen Ein­fluss in der Koali­ti­on hat.”

Foto: Ver­di, über dts Nachrichtenagentur

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