Ver­tei­di­gungs­po­li­ti­ker wegen Puma-Pro­ble­men alarmiert

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach Berich­ten über die feh­len­de Ein­satz­be­reit­schaft des Schüt­zen­pan­zers Puma inner­halb der Bun­des­wehr zei­gen sich Ver­tei­di­gungs­po­li­ti­ker im Bun­des­tag alar­miert. „Die ‘Divi­si­on 2025‘ wird zur Far­ce – jetzt gilt es, jeden Mar­der im Ein­satz zu hal­ten”, sag­te Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Johann Wade­phul (CDU) der „Welt”. Sonst sei das Heer nicht einsatzbereit. 

„Den Alb­traum mit dem Puma kann nur die Indus­trie lösen.” Grü­nen-Ver­tei­di­gungs­po­li­ti­ker Niklas Wage­ner sag­te: „Es ist nun die Auf­ga­be der Bun­des­wehr und des Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, die Ein­satz­be­reit­schaft zügig wie­der her- und dau­er­haft sicher­zu­stel­len. Dar­an wer­den sich die Füh­rungs­kräf­te in Bun­des­wehr und Minis­te­ri­um mes­sen las­sen müs­sen. Wir wer­den die Fra­ge stel­len, ob es wei­ter­hin sinn­voll ist, zusätz­li­che Puma zu beschaf­fen oder nicht statt­des­sen die ohne­hin ein­ge­läu­te­te Stär­kung der mitt­le­ren Kräf­te zügi­ger vor­an­zu­brin­gen.” Erst am Mitt­woch der ver­gan­ge­nen Woche hat­te der Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­tags die Nach­rüs­tung des Schüt­zen­pan­zers Puma beschlos­sen. Über Pro­ble­me wur­den die Abge­ord­ne­ten dort nicht infor­miert. Der ver­tei­di­gungs­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Wolf­gang Hell­mich, sag­te der Zei­tung: „Mit Ver­wun­de­rung habe ich die Infor­ma­tio­nen zur Kennt­nis genom­men. Kei­nes die­ser Pro­ble­me ist uns Ver­tei­di­gungs­po­li­ti­kern im Lau­fe der Befas­sung mit dem Puma in der ver­gan­ge­nen Sit­zungs­wo­che zur Kennt­nis gege­ben wor­den. Es ist jetzt wich­tig, dass das Par­la­ment zügig durch das Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um und den Gene­ral­inspek­teur bzw. den Inspek­teur des Hee­res infor­miert wird.” Der ver­tei­di­gungs­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP im Bun­des­tag, Alex­an­der Mül­ler, sag­te: „Der Bun­des­tag hat­te umfang­rei­che Haus­halts­mit­tel für Upgrades des Pumas bereit­ge­stellt, und dass aus­ge­rech­net die neu­es­te Ver­si­on jetzt aus­fällt, wirft erns­te Fra­gen auf. Wir erwar­ten noch vor Weih­nach­ten eine Unter­rich­tung sei­tens des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Ver­tei­di­gung.” Mül­lers Amts­kol­le­ge aus der AfD-Frak­ti­on, Rüdi­ger Lucas­sen, hält die Mel­dun­gen zur feh­len­den Ein­satz­be­reit­schaft des Pumas für eine „Kata­stro­phe”. „In Euro­pa wütet ein Land­krieg, der sich nach Wes­ten aus­deh­nen kann und Deutsch­lands Streit­kräf­te sind nicht abwehr­be­reit. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um muss der deut­schen Rüs­tungs­in­dus­trie jetzt den Start­schuss in die Kriegs­wirt­schaft geben.” Sevim Dagde­len, Spre­che­rin für Abrüs­tungs­po­li­tik der Links­frak­ti­on, sag­te: „Es gibt kaum Rüs­tungs­pro­jek­te, die nicht man­gel­haft sind sowie erheb­li­che Ver­zö­ge­run­gen und mas­si­ve Mehr­kos­ten nach sich zie­hen. Trotz allem sind die­se Schrott­pro­jek­te der Rüs­tungs­in­dus­trie offen­sicht­lich eine wah­re Gold­gru­be. Die­se gigan­ti­sche Mit­tel­ver­schwen­dung auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler muss end­lich gestoppt werden.”

Foto: Bun­des­wehr-Sol­dat, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.