Wei­te­re Bun­des­län­der gegen bal­dig Abschaf­fung der Maskenpflicht

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die meis­ten Bun­des­län­der wol­len die Mas­ken­pflicht im Nah- und Regio­nal­ver­kehr nicht sofort abschaf­fen, eini­ge kün­di­gen aber vage mög­li­chen Ände­run­gen für das kom­men­de Jahr an. Das ist das Ergeb­nis einer Anfra­ge der „Bild” (Mitt­woch­aus­ga­be) an 13 Lan­des­re­gie­run­gen. Zuvor hat­te Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann (FDP) gefor­dert, die letz­ten noch bestehen­den Coro­na-Maß­nah­men zu beenden. 

Hin­ter­grund dafür ist, dass Cha­ri­té-Viro­lo­ge Chris­ti­an Dros­ten davon aus­geht, dass das Ende der Coro­na-Pan­de­mie erreicht ist. Auf die Fra­ge: „Wer­den Sie die Mas­ken­pflicht im ÖPNV in Ihrem Bun­des­land jetzt unver­züg­lich abschaf­fen?” ant­wor­te­te kei­nes der befrag­ten Bun­des­län­der mit „ja”. Meck­len­burg-Vor­pom­mern ver­nein­te die gestell­te Fra­ge. Die Säch­si­schen Staats­re­gie­rung teil­te hin­ge­gen mit, sie füh­le sich „durch die aktu­el­len Aus­sa­gen von Chris­ti­an Dros­ten in unse­rer Auf­fas­sung bestä­tigt, dass wir auf dem Weg zur Ende­mie sind.” Die Staats­re­gie­rung wol­le „nach den Fei­er­ta­gen Anfang Janu­ar in Sach­sen die aktu­el­le Lage neu bera­ten und bewer­ten”. Ein Spre­cher der Thü­rin­gi­schen Lan­des­re­gie­rung sag­te: „Wenn es in den nächs­ten Wochen nicht zu einer Ver­schlech­te­rung der Lage durch ein deut­lich anstei­gen­des Infek­ti­ons­ge­sche­hen oder eine gefähr­li­che­re Virus­va­ri­an­te kommt, soll die Mas­ken­pflicht im ÖPNV in Thü­rin­gen spä­tes­tens im März auf­ge­ho­ben wer­den.” Ham­burg lehnt eine Abschaf­fung der Mas­ken­pflicht wei­ter ab. Ein Spre­cher erklär­te, der Senat hal­te es noch nicht für gebo­ten, „die Mas­ken­pflicht im öffent­li­chen Nah­ver­kehr auf­zu­he­ben, weil es noch vie­le Coro­na-Infek­tio­nen gibt und zahl­rei­che wei­te­re Infek­ti­ons­er­kran­kun­gen hin­zu­kom­men”. Auch Baden-Würt­tem­berg will nicht vor Ablauf der Lan­des­ver­ord­nung am 31. Janu­ar 2023 über eine Ände­rung der Mas­ken-Pflicht ent­schei­den. In Bran­den­burg soll dies nach Aus­lau­fen der ent­spre­chen­den Lan­des­ver­ord­nung am 11. Janu­ar 2023 gesche­hen. Ein Spre­cher der Bre­mer Senats gab an, dass Bre­men zunächst über den Win­ter an der Mas­ken­pflicht im ÖPNV fest­hal­ten „und sie nach Mög­lich­keit zum 1. März 2023 fal­len las­sen” wol­le. Ein Spre­cher des Nord­rhein-West­fä­li­schen Lan­des­re­gie­rung erklär­te, bei der „Fra­ge der Erfor­der­lich­keit und Recht­mä­ßig­keit der aktu­el­len Schutz­maß­nah­men kommt es nicht auf eine medi­zi­ni­sche Begriffs­ein­ord­nung (‘Pan­de­mie‘ oder ‘Ende­mie‘) an, son­dern auf die Fol­gen des aktu­el­len Infek­ti­ons­ge­sche­hens.” Der Ver­zicht auf Schutz­maß­nah­men im oft eng gedräng­ten ÖPNV wür­de zusätz­li­che Infek­ti­ons­ri­si­ken aus­lö­sen, hieß es wei­ter. Ein Spre­cher des Lan­des­re­gie­rung Rhein­land-Pfalz teil­te mit: „Ange­sichts zusätz­lich aktu­ell gras­sie­ren­der Atem­wegs­in­fek­tio­nen behal­ten wir die Mas­ken­pflicht im ÖPNV und in den medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen bei.” Ber­lin und Nie­der­sach­sen ver­wie­sen auf ver­gan­ge­ne Äuße­run­gen der jewei­li­gen Län­der­chefs, die sich gegen ein sofor­ti­ges Ende der Mas­ken­pflicht im ÖPNV aus­spra­chen. Das Saar­land ließ die Anfra­ge unbeantwortet.

Foto: Hin­weis­schild für Mund-Nasen-Schutz, über dts Nachrichtenagentur

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