Wirt­schafts­in­sti­tut kri­ti­siert Haus­halts­po­li­tik der Ampel

Köln (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Das arbeit­ge­ber­na­he Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW) hat die auf meh­re­re Son­der­ver­mö­gen aus­ge­rich­te­te Haus­halts­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung scharf kri­ti­siert. Eine kohä­ren­te Finanz­po­li­tik auf euro­päi­scher Ebe­ne sei nicht mehr mög­lich, solan­ge sich Deutsch­land fast aus­schließ­lich an der Schul­den­brem­se ori­en­tie­re, kri­ti­siert das IW in einer unver­öf­fent­lich­ten Stu­die, über die die „Rhei­ni­sche Post” in ihrer Mitt­woch­aus­ga­be berich­tet. Dem­nach wird Deutsch­land trotz Schul­den­brem­se im lau­fen­den Jahr mit einer Defi­zit­quo­te von 3,4 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts die Drei-Pro­zent-Defi­zit­gren­ze des Maas­tricht-Ver­tra­ges reißen. 

„Obwohl die Bun­des­re­gie­rung die Schul­den­brem­se wie­der ein­hal­ten will und die Not­si­tua­ti­on für been­det erklärt, nutzt sie über die Son­der­ver­mö­gen erheb­li­chen zusätz­li­chen Ver­schul­dungs­spiel­raum, um Kli­ma­schutz, Digi­ta­li­sie­rung, Ver­tei­di­gung sowie Gas- und Strom­brem­sen zu finan­zie­ren”, heißt es in der Stu­die. „Ins­ge­samt wird der Staat im Jahr 2023 vor­aus­sicht­lich neue Schul­den in Höhe von rund 140 Mil­li­ar­den Euro machen und somit auf ein Defi­zit von 3,4 Pro­zent des BIP kom­men”, schrei­ben die IW-For­scher. Dies ver­sto­ße gegen das Maas­tricht-Kri­te­ri­um der EU. „Es ist gro­tesk, dass Deutsch­land sich zwar an die stren­ge Schul­den­brem­se hält, aber gleich­zei­tig die groß­zü­gi­gen Maas­tricht-Kri­te­ri­en rei­ßen kann”, sag­te IW-Haus­halts­exper­te Mar­tin Bez­no­ska. „Der aus­ufern­de Ein­satz von Son­der­ver­mö­gen muss enden. Statt­des­sen soll­te die Bun­des­re­gie­rung die Schul­den­brem­se öff­nen, damit trans­pa­ren­te Inves­ti­ti­ons­spiel­räu­me entstehen.”

Foto: Schul­den­uhr, über dts Nachrichtenagentur

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