Wirt­schafts­ver­tre­ter war­nen vor Deindustrialisierung

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Ver­tre­ter der deut­schen Wirt­schaft war­nen ange­sichts der stei­gen­den Kos­ten für Ener­gie vor einer mas­si­ven Schwä­chung des Stand­orts Deutsch­land. „Die hohen Ener­gie­prei­se und die schwä­cheln­de Kon­junk­tur tref­fen die deut­sche Volks­wirt­schaft mit vol­ler Wucht und belas­ten unse­re Unter­neh­men im Ver­gleich zu ande­ren inter­na­tio­na­len Stand­or­ten sehr”, sag­te Tan­ja Gön­ner, Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin des Bun­des­ver­bands der Deut­schen Indus­trie (BDI), der „Welt am Sonn­tag”. „Das deut­sche Geschäfts­mo­dell steht enorm unter Stress.” 

Der­zeit den­ke „jedes vier­te deut­sche Unter­neh­men über eine Pro­duk­ti­ons­ver­la­ge­rung ins Aus­land nach”. Vie­le Unter­neh­men lit­ten unter den hohen Ener­gie­prei­sen infol­ge des rus­si­schen Über­falls auf die Ukrai­ne. Als wei­te­res gro­ßes Risi­ko wer­den die Ent­schei­dun­gen der US-Regie­rung zur Infla­ti­ons­be­kämp­fung gese­hen, die unter ande­rem mil­li­ar­den­schwe­re För­de­run­gen neu­er Tech­no­lo­gien und einen nach­hal­ti­gen Aus­bau der US-Indus­trie vor­se­hen. Die ener­gie­in­ten­si­ve und export­ori­en­tier­te Che­mie­in­dus­trie Deutsch­lands sei beson­ders von den aktu­el­len Ver­wer­fun­gen betrof­fen. „Die bru­ta­len Ener­gie­prei­se kno­cken uns aus. Unse­re Sor­ge ist groß, dass der Dop­pel-Wumms nicht in unse­ren Unter­neh­men ankommt”, sag­te Wolf­gang Gro­ße Entrup, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ver­bands der Che­mi­schen Indus­trie (VCI). „Ohne funk­tio­nie­ren­de Preis­brem­se nimmt die Regie­rung die Deindus­tria­li­sie­rung mut­wil­lig in Kauf.” Wenn die Che­mie am Boden lie­ge, wür­den auch ande­re Bran­chen in die Knie gehen. „Das kann der K.O. für den Stand­ort Deutsch­land sein”, fürch­tet Gro­ße Entrup. Arbeit­ge­ber­prä­si­dent Rai­ner Dul­ger will „mehr Dyna­mik und Tem­po, mehr unter­neh­me­ri­sche Frei­heit und Fle­xi­bi­li­tät auf dem Arbeits­markt. Deutsch­land muss ent­fes­selt und nicht durch die Poli­tik gefes­selt wer­den”, so Dul­ger. „Sonst bewegt sich Deutsch­land unbe­grenzt auf einen gefähr­li­chen Wen­de­punkt zu”, sag­te er.

Foto: Ruhr­ge­biet, über dts Nachrichtenagentur

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