Wirt­schafts­wei­se: „Irgend­je­mand muss die Rech­nung bezahlen”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Che­fin der Wirt­schafts­wei­sen, Moni­ka Schnit­zer, hat Vor­schlä­ge des Gre­mi­ums zur Ver­tei­lung der Las­ten in der Ener­gie­kri­se ver­tei­digt. „Wir sind als Land ärmer gewor­den, und irgend­je­mand muss die Rech­nung bezah­len”, sag­te Schnit­zer dem „Spie­gel”. Zwar trü­gen brei­te Schul­tern schon heu­te viel. 

„Aber jetzt gibt es noch mehr zu bezah­len.” Ste­fan Kooths, Vize­prä­si­dent des Insti­tuts für Welt­wirt­schaft nann­te es hin­ge­gen „nicht geglückt”, dass die Wirt­schafts­wei­sen in ihrem Gut­ach­ten mit Soli­da­ri­tät argu­men­tie­ren. „Soli­da­ri­tät ist kei­ne öko­no­mi­sche Kate­go­rie, dazu kön­nen sich Öko­no­men nur als Pri­vat­leu­te äußern.” Man kön­ne „nicht bei jeder zusätz­li­chen Staats­aus­ga­be sagen: Da geht noch was”. Schnit­zer sag­te, bei den Vor­schlä­gen des Sach­ver­stän­di­gen­rats gehe es nur um eine „befris­te­te Steu­er­erhö­hung oder einen Ener­gie-Soli, also einen klei­nen ein- bis zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­trag. „Sie machen hier eine Schein­dis­kus­si­on auf, um die Rei­chen zu scho­nen.” Kooths zufol­ge sind höhe­re Steu­ern einer von meh­re­ren Fak­to­ren, durch den Deutsch­land inter­na­tio­nal weni­ger attrak­tiv wer­den könn­te: „Mir geht es nicht um die Rei­chen, son­dern um Signa­le, die wir auch in den Rest der Welt sen­den: Sind wir ein Stand­ort, wo es sich lohnt, eine Exis­tenz auf­zu­bau­en? Oder betrei­ben wir hier vor allem eine gro­ße Umver­tei­lungs­ma­schi­ne” Schnit­zer zeig­te sich zuver­sicht­lich, „dass die Gas­prei­se 2024 wie­der deut­lich nied­ri­ger sein wer­den”. Bis dahin sei­en Ter­mi­nals für Flüs­sig­erd­gas und die Infra­struk­tur zu sei­ner Ver­tei­lung in Betrieb. „Natür­lich wer­den die Prei­se immer noch höher lie­gen als vor der Kri­se, damit wer­den wir umge­hen müs­sen”, so die Öko­no­min. „Für die Unter­neh­men heißt das zum Bei­spiel: Sie müs­sen sich anpas­sen – oder ihren Laden schließen.”

Foto: Con­tai­ner, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.