Wiss­ler wirbt um Ver­ständ­nis für „Letz­te Generation”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Wäh­rend die ande­ren Par­tei­en im Bun­des­tag auf Distanz zur radi­ka­len Kli­ma­be­we­gung der „Letz­ten Gene­ra­ti­on” gehen, wirbt die Lin­ken-Spit­ze um Ver­ständ­nis für deren Pro­test­for­men. „Die aller­meis­ten Staus in die­sem Land wer­den nicht durch Kli­ma­ak­ti­vis­ten aus­ge­löst, son­dern zum Bei­spiel durch maro­de Brü­cken, weil viel zu vie­le Autos auf den Stra­ßen sind und der ÖPNV ver­nach­läs­sigt wird”, sag­te Lin­ken-Che­fin Jani­ne Wiss­ler der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Sams­tags­aus­ga­be). „Ich fin­de Aktio­nen des zivi­len Unge­hor­sams abso­lut legi­tim”, sag­te sie weiter. 

„Das Neue ist nicht, dass wir sol­che Bewe­gun­gen unter­stüt­zen. Das Neue ist eher, dass die Grü­nen sich von sol­chen Bewe­gun­gen distan­zie­ren”, sag­te Wiss­ler wei­ter. Die Grü­nen befür­wor­ten zwar die Zie­le der Bewe­gung, leh­nen aber radi­ka­le Pro­test­for­men ab. „Die Absich­ten der ‘Letz­ten Gene­ra­ti­on‘ hal­te ich für ehren­voll, man­ches Mit­tel nicht”, sag­te die innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, Lamya Kad­dor, der SZ. „Zivi­ler Unge­hor­sam muss sein, auch mit dras­ti­schen Mit­teln. Aber da, wo Men­schen gefähr­det wer­den, ist die rote Linie über­schrit­ten”, so Kad­dor. Für mehr Kli­ma­schutz brau­che man gesell­schaft­li­che Mehr­hei­ten, sag­te auch Grü­nen-Frak­ti­ons­vi­ze­che­fin Agnieszka Brug­ger. „Und da hal­te ich die Pro­tes­te der ‘Letz­ten Gene­ra­ti­on‘ für kon­tra­pro­duk­tiv.” Die „Letz­te Gene­ra­ti­on” sieht die Ampel-Regie­rung dage­gen in der Pflicht, mehr für den Kli­ma­schutz zu tun. Die Mehr­heit dafür sei längst da, sag­te Spre­che­rin Car­la Rochel. „Olaf Scholz wur­de als Kli­ma­kanz­ler gewählt, die Grü­nen für ihre Wahl­ver­spre­chen.” Das Pro­blem sei, dass die Regie­rung nicht den Wil­len der Mehr­hei­ten umset­ze, so Rochel. „Der Schutz der Lebens­grund­la­gen ist durch das Grund­ge­setz ver­pflich­tend und dar­an muss sich auch die aktu­el­le Regie­rung halten.”

Foto: Kli­ma­pro­test, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.