Wohn­geld-Nach­fra­ge über­for­dert vie­le Städte

Düs­sel­dorf (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Ansturm auf das neue „Wohn­geld plus” bringt vie­le Stadt­ver­wal­tun­gen in NRW an die Gren­zen ihrer Mög­lich­ke­ten. „Die Zahl der Anträ­ge in den Wohn­geld­stel­len steigt mas­siv. Eini­ge Kom­mu­nen berich­ten von einer Ver­dopp­lung und der Trend zeigt wei­ter nach oben”, sag­te Eck­hard Ruthe­mey­er (CDU), Prä­si­dent des Städ­te- und Gemein­de­bun­des NRW und Bür­ger­meis­ter der Stadt Soest, der West­deut­schen All­ge­mei­nen Zei­tung (Don­ners­tags­aus­ga­be).

„Die Beschäf­tig­ten tun, was mög­lich ist, um die Flut zu bewäl­ti­gen, aber es wird Geduld brau­chen”, sag­te Ruthe­mey­er wei­ter. Auf­grund der dün­nen Per­so­nal­de­cke und des Fach­kräf­te­man­gels dürf­ten „deut­lich län­ge­re War­te­zei­ten nicht zu ver­hin­dern sein”. Ähn­lich äußer­te sich Hel­mut Dedy, Geschäfts­füh­rer des Städ­te­ta­ges NRW: „In den Wohn­geld­stel­len sta­peln sich die Anträ­ge. Aber das neue IT-Ver­fah­ren zur Bear­bei­tung der Anträ­ge wird das Land erst zum 1. April in vol­lem Umfang bereit­stel­len.” Die Städ­te könn­ten bis dahin vor­läu­fi­ge Kurz­be­schei­de aus­stel­len, um schon im ers­ten Quar­tal das neue Wohn­geld an die Berech­tig­ten aus­zu­zah­len. Ab April müss­ten die Städ­te aber jeden Kurz­be­scheid mit dem neu­en IT-Ver­fah­ren erneut bear­bei­ten. „Das ist ein gro­ßer Kraft­akt, weil Per­so­nal in den Wohn­geld­stel­len fehlt und offe­ne Stel­len nicht über Nacht besetzt wer­den kön­nen. Die Men­ge an Wohn­geld-Anträ­gen zu bewäl­ti­gen, wird dau­ern”, so Dedy. Für die Umset­zung sei den Städ­ten vom Bund „kei­ne aus­rei­chen­de Vor­be­rei­tungs­zeit” ein­ge­räumt wor­den. Der Städ­te­tag NRW dringt daher auf eine Nach­bes­se­rung des Wohn­geld-plus-Geset­zes. „Wir erwar­ten vor allem ein digi­ta­li­sier­tes Ver­fah­ren, das die Arbeits­ab­läu­fe ver­ein­facht.” Laut NRW-Kom­mu­nal­mi­nis­te­rin Ina Schar­ren­bach (CDU) lässt sich das rie­si­ge Inter­es­se am „Wohn­geld plus” an den Anträ­gen able­sen, die über den digi­ta­len Wohn­geld­rech­ner NRW gestellt wer­den. Seit dem 15. Dezem­ber 2022 kön­nen Bür­ger online prü­fen, ob sie einen Wohn­geld­an­spruch nach neu­em Recht haben, und zugleich online einen Wohn­geld­an­trag stel­len. „Seit­her haben in NRW rund 13.500 Men­schen einen Wohn­geld­an­trag mit­hil­fe des digi­ta­len Wohn­geld­rech­ners gestellt. Das sind rund 450 Anträ­ge pro Tag”, so Schar­ren­bach. In den Mona­ten Sep­tem­ber bis Novem­ber 2022 sei­en hin­ge­gen nur 150 Anträ­ge pro Tag gezählt worden.

Foto: Wohn­haus, über dts Nachrichtenagentur

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