Zehn­tau­sen­de Anfra­gen in Aus­län­der­be­hör­den unbeantwortet

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Vie­le deut­sche Aus­län­der­be­hör­den sind völ­lig über­las­tet. Allein in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt Mün­chen sind der­zeit 25.000 E‑Mails und Online-Anträ­ge unbe­ant­wor­tet, wie eine Umfra­ge der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” unter den zehn größ­ten deut­schen Städ­ten erge­ben hat (Sams­tags­aus­ga­be). In Stutt­gart sind es 15.000, in Essen 4.000. Für ein zen­tra­les Anlie­gen der Bun­des­re­gie­rung – mehr Fach­kräf­te aus Dritt­staa­ten zu gewin­nen – könn­te das zum Pro­blem werden. 

Wirt­schafts­ver­tre­ter kri­ti­sie­ren schon län­ger, dass neue Auf­ent­halts­ti­tel wenig brin­gen, wenn die Umset­zung in den Behör­den hakt. In Mün­chen betref­fen nach Anga­ben der Stadt 17 Pro­zent der offe­nen Anfra­gen Aka­de­mi­ker, etwa ein Vier­tel Stu­den­ten. Der Rest las­se sich nicht genau­er auf­schlüs­seln, teil­te ein Spre­cher mit. Er beton­te – wie auch Ver­tre­ter ande­rer Städ­te – dass sich hin­ter den 25.000 Anfra­gen nicht 25.000 Fäl­le ver­ber­gen. Vie­le Men­schen wür­den meh­re­re E‑Mails schrei­ben. Nicht alle Städ­te konn­ten auf Anfra­ge kon­kre­te Zah­len nen­nen. In Ham­burg konn­te der Rück­stand in der zen­tra­len Ser­vice­stel­le für poten­zi­el­le Fach­kräf­te, dem Ham­burg Wel­co­me Cen­ter for Pro­fes­sio­nals, auf weni­ger als 2.500 Anfra­gen redu­ziert wer­den. Ber­lin teilt mit, das zustän­di­ge Lan­des­amt sei „extrem belas­tet”, kann das aber nicht genau­er bezif­fern. Leip­zig gibt an, vor allem im Bereich Flucht und Asyl bestehe ein „gewis­ser Bear­bei­tungs­rück­stand”. Ein zen­tra­ler Grund für die Über­las­tung in den Behör­den ist nach deren Anga­ben, dass die­se selbst unter einem enor­men Per­so­nal­man­gel lei­den. So sind in Mün­chen knapp 97 von 479 Stel­len unbe­setzt – rund jede fünf­te. In Stutt­gart ist es jede drit­te, in Düs­sel­dorf immer­hin fast jede vier­te. Hin­zu kom­me, dass die Rechts­la­ge äußerst kom­plex sei. Das füh­re zum einen zu lang­wie­ri­gen Ver­fah­ren und habe zum ande­ren zur Fol­ge, dass die Ein­ar­bei­tung neu­er Mit­ar­bei­ter sehr viel Zeit benö­ti­ge. Außer­dem sei­en die Fall­zah­len in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kräf­tig gestie­gen, zuletzt etwa durch Flücht­lin­ge aus der Ukraine.

Foto: Com­pu­ter-Nut­ze­rin, über dts Nachrichtenagentur

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