AfD: Par­tei ver­liert immer mehr Mitglieder

Alternative für Deutschland - AfD - Plakat - BüroFoto: Ausgedrucktes Plakat von der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die AfD hat im ver­gan­ge­nen Jahr rund 2.500 Mit­glie­der verloren.

Im Juni 2021 hat­te der dama­li­ge Par­tei­chef Jörg Meu­then die Mit­glie­der­zahl noch mit „um die 31.000” ange­ge­ben, mit Stand vom Diens­tag sind nur noch 28.636 Per­so­nen Mit­glied in der AfD, wie ein Par­tei­spre­cher der „Welt” mit­teil­te. Unter die Ver­lus­te fal­len neben Aus­trit­ten aus poli­ti­schen Grün­den oder auf­grund par­tei­in­ter­ner Vor­gän­ge auch been­de­te Mit­glied­schaf­ten auf­grund von Nicht­zah­lun­gen oder Tod. Par­tei­che­fin Ali­ce Wei­del sag­te der Zei­tung: „Jedes ehe­ma­li­ge AfD-Mit­glied hat sei­ne ganz per­sön­li­chen und pri­va­ten Grün­de, wes­halb er sich nicht mehr bei der AfD enga­giert. Aus der Anzahl der Aus­trit­te lässt sich jedoch nicht schlie­ßen, ehe­ma­li­ge Mit­glie­der wären nicht mehr mit der Poli­tik der AfD einverstanden”.

Unter den Aus­ge­tre­te­nen ist etwa das AfD-Grün­dungs­mit­glied Moni­ca-Ines Oppel. Sie war lang­jäh­ri­ge Prä­si­den­tin des AfD-Bun­des­schieds­ge­richts. Erst­mals macht Oppel nun ihre Grün­de öffent­lich. „Die AfD hat den Libe­ral­kon­ser­va­ti­ven mit ihren per­so­nel­len Beschlüs­sen und pro­gram­ma­ti­schen Dis­kus­sio­nen auf dem Bun­des­par­tei­tag in Rie­sa bar jeg­li­cher Ver­nunft die Rote Kar­te gezeigt”, sag­te sie der „Welt”. Die Par­tei habe damit „ihre Fahrt in die poli­ti­sche Bedeu­tungs­lo­sig­keit ange­tre­ten”. Auch vie­le ande­re „Libe­ral­kon­ser­va­ti­ve”, wie sich die ver­gleichs­wei­se Gemä­ßig­ten in der Par­tei selbst nen­nen, hät­ten das Ver­trau­en in die Ver­än­de­rungs­kraft der AfD schritt­wei­se ver­lo­ren. Laut der „Welt” ist auch Gabrie­le Wal­ger-Demol­sky, bis Mai 2022 nord­rhein-west­fä­li­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Flü­gel-Kri­ti­ke­rin, nach dem Bun­des­par­tei­tag in Rie­sa aus­ge­tre­ten. Glei­ches gilt für den Abtei­lungs­lei­ter der Mit­glie­der­ver­wal­tung inner­halb der AfD-Bun­des­ge­schäfts­stel­le – er trat aus und kün­dig­te. Eini­ge frü­he­re Mit­glie­der folg­ten Ex-AfD-Chef Meu­then in die Zentrumspartei.

Meu­then sag­te der „Welt”, dass seit sei­nem Ein­tritt knapp 20 frü­he­re AfD-Mit­glie­der ins Zen­trum auf­ge­nom­men wor­den sei­en. „Es gab natür­lich mehr Anfra­gen”, so der Ex-AfD-Chef. Man gehe aber „sehr restrik­tiv” vor. „Wir wol­len nicht das wer­den, wor­an die AfD geschei­tert ist. Die AfD steht inzwi­schen so weit rechts außen, dass die Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz nicht mehr ver­wun­dert”. Zen­trum-Par­tei­chef Chris­ti­an Otte beant­wor­te­te die Anfra­ge mit einer ande­ren Zahl. Der Par­tei sei­en seit Meu­thens Bei­tritt „etwa 50 Mit­glie­der mit frü­he­rer AfD-Zuge­hö­rig­keit bei­getre­ten, dar­un­ter zehn kom­mu­na­le Man­dats­trä­ger”, sag­te er. Wei­te­re 15 Bei­tritts­wün­sche von Ex-AfD­lern sei­en abge­lehnt wor­den. Zwölf frü­he­re AfD-Mit­glie­der, dar­un­ter sechs kom­mu­na­le Man­dats­trä­ger, befän­den sich der­zeit im Aufnahmeprozess.

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