Poli­tik: Heil will Anwer­be­stra­te­gie für aus­län­di­sche Fachkräfte

Baustelle - Haus - Gebäude - Kran - Arbeiter - Person - HausbauFoto: Sicht auf eine Baustelle, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Vor dem mor­gen statt­fin­den­den Fach­kräf­te­gip­fel der Bun­des­re­gie­rung mahnt Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil ein stär­ke­res Enga­ge­ment der Wirt­schaft an.

„Die Wirt­schaft muss zuerst aktiv wer­den”, sag­te der SPD-Poli­ti­ker in der ARD-Sen­dung „Bericht aus Ber­lin”. Aus Sicht Heils feh­le der Wirt­schaft eine kon­kre­te Anwerbestrategie.

„Sie muss uns sagen, in wel­chen Län­dern sie für wel­che Bran­chen auch Fach­kräf­te anwer­ben will.” Erst dann kön­ne die Bun­des­re­gie­rung dies durch büro­kra­ti­sche Ver­ein­fa­chun­gen unter­stüt­zen. Heil nann­te bei­spiels­wei­se Ver­mitt­lungs­ab­spra­chen über die Bun­des­agen­tur für Arbeit mit bestimm­ten Län­dern, leich­te­re Visums­er­tei­lung und die ein­fa­che­re Aner­ken­nung beruf­li­cher Qua­li­fi­ka­tio­nen. „Das Bes­te ist, wenn wir von der Wirt­schaft wis­sen, auf wel­che Län­der wir uns erst mal kon­zen­trie­ren, wo sie Fach­kräf­te haben wol­len und ver­mu­ten.” Dann könn­ten sich Anstren­gun­gen gebün­delt auf die­se Län­der konzentrieren.

For­de­run­gen von Wirt­schafts­ver­bän­den und Tei­len der Oppo­si­ti­on, es wür­den min­des­tens 260.000 Fach­kräf­te pro Jahr benö­tigt, trat der Arbeits­mi­nis­ter ent­ge­gen. „Ich fin­de die­se Zah­len­spie­le­rei­en nicht gut. Es geht ja dar­um, dass wir die Rich­ti­gen anwer­ben und bekom­men.” Zudem habe jah­re­lan­ges Nichts­tun zu dem Man­gel bei­getra­gen. „Kon­ser­va­ti­ve haben das blo­ckiert,” so Heil.

Die­je­ni­gen, die das zum 1. März wirk­sam wer­den­de Ein­wan­de­rungs­ge­setz kri­ti­sie­ren, rief Heil zur Unter­stüt­zung auf: „Viel­leicht soll­ten die sich lie­ber dar­auf mit ihren Mög­lich­kei­ten kon­zen­trie­ren, mit­zu­hel­fen, dass es geht, dass wir das hin­be­kom­men, was wir in Deutsch­land brau­chen,” so Heil.

Bezüg­lich der neu­en SPD-Par­tei­füh­rung ver­tei­dig­te Heil, dass ein Koali­ti­ons­aus­schuss vor Weih­nach­ten ledig­lich als Ken­nen­lern­ter­min zwi­schen Saskia Esken, Nor­bert Wal­ter-Bor­jans und füh­ren­den Regie­rungs­ver­tre­tern ver­ein­bart ist. Es gehe nicht dar­um, Kaf­fee zu trin­ken und Stol­len zu essen, so Heil. Wie im Fal­le der neu­en Vor­sit­zen­den von CDU und CSU sei es aber „ganz ver­nünf­tig, dass die han­deln­den Akteu­re sich gut ken­nen­ler­nen”, sag­te der Arbeits­mi­nis­ter. Man wer­de auch über inhalt­li­che Fra­gen spre­chen. „Es ist gut, dass man sich ein­stimmt auf das nächs­te Jahr. Wir haben in Deutsch­land viel vor und viel zu tun, wenn es dar­um geht, die Zukunft der Arbeit zu gestal­ten und den Sozi­al­staat wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.” Dazu müs­se man auch mal grund­sätz­lich mit­ein­an­der reden, so der Arbeitsminister.

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