Ber­lin: Koali­ti­on strei­tet über min­der­jäh­ri­ge Flüchtlinge

Flüchtlinge - Migranten - Frau - Kind - Grenzzaun - Personen - Wiese - Gras - KopftuchFoto: Flüchtlinge vor einem Grenzzaun, Urheber: dts Nachrichtenagentur

In der Gro­ßen Koali­ti­on gibt es erneut Streit über die unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­ge, die aus grie­chi­schen Lagern nach Deutsch­land kom­men sollen.

Die SPD for­dert, die Alters­schwel­le anzu­he­ben. „Die Uni­on besteht wei­ter­hin dar­auf, dass die Kin­der unter 14 sein müs­sen”, sag­te der SPD-Abge­ord­ne­te Lars Castel­luc­ci dem „Spie­gel”. Das sei bei den Unbe­glei­te­ten aber sel­ten der Fall. „Das Alter ist will­kür­lich fest­ge­legt. Die Mehr­heit ist einen Tick älter, und außer­dem wer­den die Kin­der auch älter, je län­ger wir brauchen”.

Sein Frak­ti­ons­kol­le­ge Hel­ge Lindh kri­ti­siert: „Vie­le Bun­des­län­der und Tei­le der Uni­on wol­len kei­ne fast erwach­se­nen Män­ner aus Afgha­ni­stan. Aber die­se Jun­gen haben die glei­che Men­schen­wür­de. Und sie haben Flucht­grün­de, zum Bei­spiel weil sie von den Tali­ban ver­folgt werden”.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) will nun eige­ne Beam­te nach Grie­chen­land schi­cken, die sich ein Bild machen sol­len. Die Uni­on will fal­sche Signa­le ver­mei­den. Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Thors­ten Frei sag­te dem „Spie­gel”: „Wenn wir einen Zwölf­jäh­ri­gen auf­neh­men, der auf der Flucht von sei­ner Fami­lie getrennt wur­de, sen­den wir das Signal nicht. Wenn wir kran­ke Kin­der auf­neh­men, auch nicht. Aber wenn wir den 17-Jäh­ri­gen auf­neh­men, dann schafft das neue Fluch­t­an­rei­ze für viele”.

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