Poli­tik: Bis­lang 16.800 Abschie­bun­gen in 2019

Flughafen - Kontrolle - Ausgang - Exit - Fenster - FliegenFoto: Kontrolle am Flughafen, Urheber: dts Nachrichtenagentur

In den ers­ten neun Mona­ten des Jah­res sind bereits 16.808 Asyl­be­wer­ber abge­scho­ben wor­den, die meis­ten davon nach Italien.

Das berich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­wochs­aus­ga­ben) unter Beru­fung auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Anfra­ge der Lin­ken-Bun­des­tags­frak­ti­on. Auf das Jahr hoch­ge­rech­net, gehe die Links­par­tei von 22.411 Abschie­bun­gen aus – nur leicht weni­ger als im Vorjahr.

2018 sei­en es 23.617 Abschie­bun­gen gewe­sen. Bei den Ziel­län­dern lie­ge Ita­li­en mit 1.894 Abschie­bun­gen vor­ne, gefolgt von Alba­ni­en (1.178) und Frank­reich (906), heißt es in der Ant­wort wei­ter. Es han­de­le sich meist um Zuwan­de­rer aus Nord­afri­ka, die über das Mit­tel­meer nach Ita­li­en, Frank­reich oder Spa­ni­en flie­hen und wei­ter nach Deutsch­land zie­hen, obwohl sie nach den EU-Regeln im Erst­auf­nah­me­land blei­ben soll­ten. Soge­nann­te Dub­lin-Über­stel­lun­gen in der EU machen einen Groß­teil der Abschie­bun­gen aus. 55,6 Pro­zent der Migran­ten sei­en mit Lini­en­ma­schi­nen außer Lan­des gebracht wor­den, zu 32 Pro­zent mit Char­ter­flü­gen, die rest­li­chen Fäl­le auf dem Land- oder See­weg, heißt es in der Ant­wort der Bundesregierung.

Für die Sicher­heits­be­glei­tung habe der Bund bis Sep­tem­ber rund sechs Mil­lio­nen Euro gezahlt. Die Lin­ken-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulla Jelp­ke kri­ti­sier­te, die Gel­der könn­ten sinn­vol­ler ein­ge­setzt wer­den, etwa für Inte­gra­ti­ons­kur­se. „Die Bun­des­re­gie­rung soll­te end­lich eine wirk­sa­me Blei­be­rechts­re­ge­lung für abge­lehn­te Asyl­su­chen­de auf den Weg brin­gen, anstatt Abschie­bun­gen mit immer repres­si­ve­ren Mit­teln durch­durch­zu­set­zen für alle Schutz­su­chen­den”, sag­te Jelp­ke den Zei­tun­gen der Funke-Mediengruppe.

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