Bund: Jähr­li­che Zah­lun­gen an Kir­chen soll been­det werden

Kölner Dom - Römisch-Katholische-Kirche - Apostel Petrus - Domkloster - Köln-InnenstadtFoto: Sicht auf den Kölner Dom (Köln-Innenstadt), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung will die Ver­hand­lun­gen über ein Ende der jähr­li­chen Zah­lun­gen an die Kir­chen in Höhe von fast 600 Mil­lio­nen Euro schnell zu Ende bringen.

Das berich­tet der „Spie­gel” in sei­ner neu­en Aus­ga­be. Eine vom Innen­mi­nis­te­ri­um gelei­te­te Arbeits­grup­pe mit Fach­leu­ten von Bund, Län­dern sowie evan­ge­li­scher und katho­li­scher Kir­che will bis Febru­ar ihre Ergeb­nis­se prä­sen­tie­ren. Danach soll es noch­mals Gesprä­che auf poli­ti­scher Ebe­ne geben, in denen die kniff­ligs­ten Fra­gen final geklärt wer­den, allen vor­an die der Finan­zie­rung. Noch 2023 will die Ampel­re­gie­rung ein soge­nann­tes „Grund­sät­ze­ge­setz” vor­le­gen, das den recht­li­chen Rah­men für die Eini­gung fixiert. Die bis­her jähr­lich von den Bun­des­län­dern ent­rich­te­ten Leis­tun­gen, von denen auch die Bischofs­ge­häl­ter bezahlt wer­den, sol­len mit einer ein­ma­li­gen Sum­me abge­löst wer­den. Im Raum ste­hen mehr als zehn Mil­li­ar­den Euro.

Die Staats­leis­tun­gen gehen zurück auf das Jahr 1803 und wer­den als Ent­schä­di­gun­gen für Kir­chen­be­sitz­tü­mer bezahlt, die sich der Staat ein­ver­leibt hat­te. „Die Ablö­sung der Staats­leis­tun­gen ist ein Auf­trag schon aus der Wei­ma­rer Ver­fas­sung, der dann ins Grund­ge­setz auf­ge­nom­men und gut 100 Jah­re igno­riert wur­de”, sag­te Lars Cas­tel­luc­ci, reli­gi­ons­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD im Bun­des­tag. Er sei froh, dass das Innen­mi­nis­te­ri­um nun im Dia­log mit den Kir­chen dar­an arbei­te. Auch der Hei­li­ge Stuhl ist über die diplo­ma­ti­sche Ver­tre­tung des Paps­tes in Ber­lin an den Gesprä­chen betei­ligt. Laut Grü­nen-Frak­ti­ons­vi­ze Kon­stan­tin von Notz „liegt noch ein Stück Weg vor uns”. Er sei aber opti­mis­tisch, in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode „eine rechts­si­che­re Grund­la­ge zu schaf­fen, die allen Inter­es­sen gerecht wird”.

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