Bun­des­tag: Befris­te­te Aus­set­zung von Hartz-IV-Sanktionen

Jobcenter - Jobcenter Halle - Saale - Bundesagentur für Arbeit - Schild - Logo - WandFoto: Das Jobcenter in Halle (Saale), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Bun­des­tag hat die befris­te­te Aus­set­zung von Hartz-IV-Sank­tio­nen beschlossen.

Dem elf­ten Gesetz zur Ände­rung des Zwei­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch stimm­ten am Don­ners­tag die Koali­ti­ons­frak­tio­nen zu. Die Lin­ke ent­hielt sich, AfD und CDU/CSU stimm­ten dage­gen. Der Gesetz­ent­wurf sieht vor, die Sank­tio­nen bei Pflicht­ver­let­zun­gen für Hartz-IV-Emp­fän­ger für ein Jahr nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes befris­tet aus­zu­set­zen. Das Sank­ti­ons­mo­ra­to­ri­um wer­de zu mit­tel­ba­ren Mehr­aus­ga­ben bei den Leis­tun­gen zum Lebens­un­ter­halt in Höhe von rund 12 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2022 füh­ren, heißt es dar­in. Davon ent­fie­len rund 11,6 Mil­lio­nen Euro auf den Bund und rund 0,4 Mil­lio­nen Euro auf die Kommunen.

Zu der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung gebe es kei­ne Alter­na­ti­ve, schreibt die Bun­des­re­gie­rung zur Begrün­dung. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt habe im Jahr 2019 eine Neu­re­ge­lung in Bezug auf die Rechts­fol­gen bei Pflicht­ver­let­zun­gen in der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de gefor­dert. Gleich­wohl sieht sie den vor­lie­gen­den Gesetz­ent­wurf nur als Zwi­schen­schritt. Der Koali­ti­ons­ver­trag sehe die Ein­füh­rung eines Bür­ger­gel­des vor, in deren Zuge auch die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gefor­dert der Sank­tio­nen vor­ge­nom­men wer­den sol­le, schreibt die Bundesregierung.

Die Leis­tungs­min­de­run­gen sol­len mit der im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­ten Ein­füh­rung des Bür­ger­gel­des neu gere­gelt wer­den. Für das Mora­to­ri­um gilt: Pflicht­ver­let­zun­gen wer­den bis auf Wei­te­res nicht mit Kür­zun­gen des Regel­sat­zes sank­tio­niert. Sank­tio­nen bei Mel­de­ver­säum­nis­sen oder Ter­min­ver­let­zun­gen sol­len aber bei­be­hal­ten wer­den. Jedoch sol­len erst ab dem zwei­ten Mel­de­ver­säum­nis Leis­tun­gen gemin­dert wer­den, beschränkt auf maxi­mal zehn Pro­zent des Regelsatzes.

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