Poli­tik: For­sa-Chef Man­fred Güll­ner pro­gnos­ti­ziert Auf­lö­sung der SPD

Manfred Güllner - Forsa-ChefFoto: Forsa-Chef Manfred Güllner, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Für den Chef des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts For­sa, Man­fred Güll­ner, steht die SPD vor dem Untergang.

„Die SPD ist in der Auf­lö­sung begrif­fen. Ein neu­er Vor­sit­zen­der wird das nicht ändern”, sag­te Güll­ner der „Neu­en Osna­brü­cker Zeitung”.

Die Par­tei habe seit 1998 rund 13 Mil­lio­nen Wäh­ler ver­lo­ren, bei der Ursa­chen­for­schung kom­me sie aber nicht vor­an. „Sie soll­te dar­über nach­den­ken, wie es so weit kom­men konn­te. Das tut sie gera­de nicht, wenn sie immer wei­ter nach links schwenkt. Die SPD hat die Mit­te ver­lo­ren”, sag­te er. Den aktu­el­len Mit­glie­der­ent­scheid um den Par­tei­vor­sitz sieht Güll­ner kri­tisch: „Die auf­wen­di­ge Mit­glie­der­be­fra­gung führt dazu, dass sich die SPD nur mit sich selbst beschäf­tigt.” Den Bür­gern sei es egal, ob der Vor­sit­zen­de per Mit­glie­der­ent­scheid oder auf einem Par­tei­tag gewählt wer­de. „Sie wol­len ein­fach nur einen Vor­sit­zen­den, der wähl­bar ist”, sag­te Güllner.

Dem Duo Olaf Scholz/Klara Gey­witz rech­net er die bes­ten Chan­cen zu: „Ich gehe davon aus, dass Olaf Scholz es in die Stich­wahl schafft. Er hat einen Bonus, weil er als Finanz­mi­nis­ter und Vize­kanz­ler pro­mi­nent ist.” Sie­ben Kan­di­da­ten-Duos für den SPD-Vor­sitz stel­len sich seit dem 4. Sep­tem­ber auf 23 Regio­nal­kon­fe­ren­zen der Basis und der Öffent­lich­keit vor. Nach der letz­ten Regio­nal­kon­fe­renz am 12. Okto­ber in Mün­chen dür­fen die knapp 440.000 SPD-Mit­glie­der in einem Basis­ent­scheid ihr Kan­di­da­ten­team für die Par­tei­spit­ze bestim­men. Das Ergeb­nis soll am 26. Okto­ber vor­ge­stellt wer­den. Soll­te dann kein Dop­pel­team mehr als 50 Pro­zent der Stim­men erhal­ten, wird es eine Stich­wahl zwi­schen den bei­den Erst­plat­zier­ten geben. Am 6. Dezem­ber kommt der Bun­des­par­tei­tag zusam­men. Er soll die Gewin­ner des Mit­glie­der­ent­scheids for­mell an die SPD-Spit­ze wählen.

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