Grü­ne: Par­tei will den Strom­markt grund­le­gend reformieren

Strommast - Freileitungsmast - Hochspannungsmast - Strom - GerüstFoto: Sicht auf einen Strommast am Himmel, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Grü­nen pla­nen laut einem Posi­ti­ons­pa­pier grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen auf dem Strommarkt.

Es weist dem­nach den Weg zu einer Strom­erzeu­gung, die mög­lichst rasch zu 100 Pro­zent auf erneu­er­ba­ren Ener­gien fußen soll. „Wir wol­len den Strom­markt stär­ken und so den Aus­bau von erneu­er­ba­ren Ener­gien wei­ter vor­an­trei­ben”, sag­te Ingrid Nest­le, Spre­che­rin für Ener­gie­wirt­schaft der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on und eine der Autorin­nen des Papiers, der Zei­tung. Die Grü­nen wol­len mög­lichst rasch gro­ße Kapa­zi­tä­ten von Elek­tro­ly­seu­ren für die Was­ser­stoff­her­stel­lung auf­bau­en: „Wir brau­chen min­des­tens zehn Giga­watt Elek­tro­ly­seu­re bis 2030”, schrei­ben sie.

Damit erhö­hen sie das Ambi­ti­ons­ni­veau um den Fak­tor zwei: In der Was­ser­stoff­stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung wird für 2030 ein Wert von ledig­lich fünf Giga­watt ange­strebt. Gro­ße Strom­ver­brau­cher aus der Indus­trie sol­len den Betrieb ihrer Anla­gen nach den Vor­stel­lun­gen der Grü­nen stär­ker an der vola­ti­len Erzeu­gung von Wind­rä­dern und Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ori­en­tie­ren. Um die­ses Ziel zu errei­chen, soll die bestehen­de Regu­lie­rung geän­dert wer­den. „Erleich­te­run­gen bei den Ent­gel­ten und Umla­gen sol­len Unter­neh­men künf­tig dann erhal­ten, wenn sie beson­ders ener­gie­in­ten­siv sind und im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb ste­hen – und nicht für völ­lig nutz­lo­ses Ver­hal­ten wie gleich­mä­ßi­ge Strom­ent­nah­me bei schwan­ken­dem Ange­bot”, schrei­ben die Grü­nen in ihrem Positionspapier.

Die gesi­cher­te Leis­tung, die der­zeit über­wie­gend durch Kohle‑, Gas- und Kern­kraft­wer­ke erbracht wird, soll auf erneu­er­ba­re Ener­gien umge­stellt wer­den: „Jeder­zeit auf genü­gend Strom­erzeu­gungs­ka­pa­zi­tä­ten ver­läss­lich zugrei­fen zu kön­nen, das wol­len wir trans­pa­rent, kli­ma­freund­lich und kos­ten­güns­tig absi­chern.” Was­ser­kraft­wer­ke, Bio­gas­an­la­gen und auf erneu­er­ba­re Ener­gien umge­rüs­te­te Anla­gen zur Kraft-Wär­me-Kopp­lung sol­len dabei eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Außer­dem sol­len „für die sel­te­nen, aber exis­tie­ren­den Tage der Dun­kel­flau­te” ohne nen­nens­wer­te Pro­duk­ti­on von Wind- und Son­nen­strom Gas­kraft­wer­ke zur Ver­fü­gung ste­hen, die mit Gas aus erneu­er­ba­ren Quel­len betrie­ben wer­den, also etwa mit Bio­gas, Bio­me­than oder grü­nem Wasserstoff.

„Nur vier Pro­zent der Kos­ten der heu­ti­gen Strom­ver­sor­gung rei­chen aus, um 60 Giga­watt Gas­kraft­wer­ke und damit aus­rei­chend Erzeu­gungs­ka­pa­zi­tät vor­zu­hal­ten”, heißt es in dem Papier. „Und da sie nur sel­ten gebraucht wer­den, ist es auch kein Pro­blem, das rela­tiv teu­re erneu­er­ba­re Gas ein­zu­set­zen”, schrei­ben die Grü­nen. Nest­le unter­strich die For­de­rung nach einer schnel­len Erhö­hung des CO2-Prei­ses. „Wir wol­len die Erhö­hung des CO2-Prei­ses auf 60 Euro auf das Jahr 2023 vor­zie­hen”, sag­te sie. Bis­lang ist für 2023 ein CO2-Preis von 35 Euro vor­ge­se­hen. 2024 sind 45 Euro geplant, 2025 dann 55 Euro. 2026 soll es dann einen Preis­kor­ri­dor von 55 bis 65 Euro geben.

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