Poli­tik: Ange­la Mer­kel ringt um Flücht­lings­pakt mit der Türkei

Politiker - Recep Tayyip Erdogan - Angela Merkel - Präsident Türkei - BundeskanzlerinFoto: Recep Tayyip Erdogan und Angela Merkel, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Vor dem Hin­ter­grund stei­gen­der Flücht­lings­zah­len auf den grie­chi­schen Inseln und an der tür­ki­schen Süd­gren­ze ringt Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel offen­bar um den Erhalt des Flücht­lings­pak­tes zwi­schen der Euro­päi­schen Uni­on und der Türkei.

Nach Infor­ma­tio­nen der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Frei­tag­aus­ga­be) plant Mer­kel, bereits im Janu­ar zu einem Tref­fen mit dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdo­gan nach Anka­ra zu flie­gen. Erdo­gan hat­te vor weni­gen Tagen vor einer neu­en Migra­ti­ons­wel­le in Rich­tung Euro­pa gewarnt.

Eine Spre­che­rin der Bun­des­re­gie­rung woll­te den Besuch Mer­kels in der Tür­kei nicht bestä­ti­gen und ver­wies dar­auf, dass Rei­sen der Kanz­le­rin jeweils erst am Frei­tag der Vor­wo­che bekannt­ge­ge­ben wür­den. Mer­kel und Erdo­gan waren sich zuletzt auf dem NATO-Tref­fen in Lon­don Anfang Dezem­ber begeg­net. In einem Vie­rer-Tref­fen mit Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron und dem bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ter Boris John­son spra­chen sie über die Lage in Nord­sy­ri­en. Bei Mer­kels Besuch im Janu­ar dürf­te aber auch das The­ma Liby­en eine Rol­le spie­len, seit Erdo­gan ange­kün­digt hat, im dor­ti­gen Bür­ger­krieg selbst für eine Sei­te Par­tei zu ergrei­fen. In der Tür­kei war Mer­kel zuletzt im Okto­ber 2018.

Erdo­gan for­dert seit län­ge­rem zusätz­li­che euro­päi­sche Unter­stüt­zung bei der Rück­füh­rung von syri­schen Flücht­lin­gen aus der Tür­kei in eine Sicher­heits­zo­ne im Nor­den ihres Hei­mat­lan­des. Der Prä­si­dent hat zudem erklärt, durch die rus­si­schen und syri­schen Bom­bar­de­ments auf die syri­sche Regi­on Idlib sei­en jüngst mehr als 80.000 Men­schen ver­trie­ben wor­den und befän­den sich auf dem Weg zur tür­ki­schen Gren­ze. Sein Land wer­de die­sen Zustrom nicht allei­ne schul­tern kön­nen und „alle euro­päi­schen Län­der, ins­be­son­de­re Grie­chen­land, wer­den die nega­ti­ven Fol­gen zu spü­ren bekommen”.

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