Poli­tik: See­hofer for­dert von AfD Distan­zie­rung nach Halle-Anschlag

Bundesinnenminister - Horst Seehofer - Anschlagsort - Halle - Synagoge - Oktober 2019 - Halle (Saale)Foto: Bundesinnenminister Horst Seehofer am Anschlagsort (Halle), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Nach dem Anschlag auf die Syn­ago­ge von Hal­le hat Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer von der AfD Distan­zie­rung von ein­zel­nen Per­so­nen und Reden gefordert.

„Es geht um ein­zel­ne Men­schen, die mei­ner Ansicht nach eine Spra­che benut­zen, durch die sich sol­che Täter viel­leicht ermun­tert füh­len und da müss­te die AfD ganz klar sagen, damit haben wir nichts zu tun”, sag­te Horst See­hofer am Frei­tag den ARD-Tages­the­men. Von einer „Mit­schuld” der AfD am Anschlag in Hal­le habe er jedoch nie gespro­chen, sag­te Seehofer.

Gleich­zei­tig kün­dig­te er wei­te­re Maß­nah­men an. Die Bedro­hungs­la­ge durch Anti­se­mi­tis­mus sei „sehr hoch”. „Den vie­len Wor­ten müs­sen Taten fol­gen: Das beginnt bei der bes­se­ren Siche­rung von Syn­ago­gen, geht wei­ter bei Maß­nah­men im Inter­net, all die­se Straf­bar­kei­ten und Hass­pa­ro­len zu ver­hin­dern künf­tig, und als drit­te Maß­nah­me, beim BKA und Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz mas­siv per­so­nell und orga­ni­sa­to­risch aufstocken.”

Von ins­ge­samt 24.000 Rechts­ex­tre­mis­ten in Deutsch­land schätzt das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um etwa die Hälf­te als poten­ti­ell gewalt­be­reit ein. „Die Gewalt­be­reit­schaft ist sehr hoch, auch die Waf­fen­af­fi­ni­tät. Wir müs­sen min­des­tens so gut wer­den wie bei Bekämp­fung des isla­mis­ti­schen Ter­rors.” Man dür­fe nicht von einem Ein­zel­tä­ter spre­chen, sag­te Seehofer.

Der habe sich Waf­fen ver­schafft und in erheb­li­chen Maß auch Spreng­stoff. Da müs­se das Umfeld auf­ge­klärt wer­den. „Die Täter­struk­tur ist für die Sicher­heits­be­hör­den schwie­rig, denn es sind meis­tens Täter, die allei­ne agie­ren, die Plä­ne schmie­den, aber nicht in der Öffent­lich­keit auf­tre­ten. Trotz­dem müs­sen wir hier Maß­nah­men fin­den, dass wir die­sen Tätern auf die Schli­che kom­men. Das ist eine gro­ße Auf­ga­be für die Sicher­heits­be­hör­den, das schaf­fen sie mit dem heu­ti­gen Per­so­nal nicht.”

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