NRW: Streit um Digi­ta­li­sie­rungs­fort­schritt in der Verwaltung

Frau - Becher - Apple - MacBook Pro - Laptop - SitzbankFoto: Frau mit einem Laptop auf einer Sitzbank, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Digi­tal­mi­nis­ter Andre­as Pink­wart hat den man­geln­den Digi­ta­li­sie­rungs­fort­schritt in der NRW-Lan­des­ver­wal­tung verteidigt.

Nach­dem der Lan­des­rech­nungs­hof dem Land unter ande­rem hohe Aus­ga­ben ohne sicht­ba­ren Erfolg attes­tiert hat­te, leg­te er den Prü­fern nun einen Gegen­be­richt vor, berich­tet die „Rhei­ni­sche Post” (Frei­tag­aus­ga­be) unter Beru­fung auf das Doku­ment. Dar­in weist das Minis­te­ri­um dar­auf hin, dass die Prü­fer nur den Sach­stand bis Ende Okto­ber 2019 erfasst hät­ten und somit nur einen Teil der Digi­ta­li­sie­rungs-Akti­vi­tä­ten der Lan­des­re­gie­rung in den Blick näh­men. Vie­le pro­ble­ma­ti­sier­te Punk­te sei­en berech­tigt, aber der Vor­gän­ger­re­gie­rung anzulasten.

So blei­be unter ande­rem unbe­rück­sich­tigt, „dass in der Start­pha­se eines so ambi­tio­nier­ten Pro­gramms gänz­lich neue Her­aus­for­de­run­gen – also Kin­der­krank­hei­ten – zu erwar­ten waren, die zwi­schen­zeit­lich abge­stellt wur­den”. Als Erfolgs­bei­spie­le nennt der Bericht die Ein­füh­rung der elek­tro­ni­scher Akten zunächst als Modell­pro­jekt im Wirt­schafts- und Digi­tal­mi­nis­te­ri­um, Anstren­gun­gen im Bereich der Block­chain-Tech­no­lo­gie, Künst­li­cher Intel­li­genz und Cloud-Anwen­dun­gen, den Umbau der Behör­de IT NRW, die Ein­füh­rung von elek­tro­ni­schen Per­so­nal­ak­ten im Finanz­mi­nis­te­ri­um sowie zahl­rei­che wei­te­re Projekte.

Die Zahl der Nut­zer der elek­tro­ni­schen Akte wer­den nach den Pla­nun­gen des Minis­te­ri­ums bis Jah­res­en­de auf 11.000 stei­gen, 2022 lie­ge sie dem­nach bei 26.000, im dar­auf­fol­gen­den Jahr bei 54.000, und 2024 wer­de der Ziel­wert von 75.000 erreicht – ein Jahr frü­her als von Schwarz-Gelb geplant. Eine unver­hoh­le­ne Spit­ze ist der Ver­weis auf die Ein­füh­rung von E‑Verwaltungsarbeit beim Lan­des­rech­nungs­hof selbst. Mit­te März sei­en die Pla­nun­gen für die Ein­füh­rung gestar­tet, zum Jah­res­en­de wer­de die neue elek­tro­ni­sche Akte ein­ge­führt wor­den sein.

„Der Lan­des­rech­nungs­hof und die Lan­des­re­gie­rung zie­hen hier an einem Strang”, schreibt das Minis­te­ri­um. Auf ver­schie­de­ne Kri­tik­punk­te der Prü­fer sei man bereits ein­ge­gan­gen: Gre­mi­en sei­en ver­schlankt, die Beauf­tra­gung von Pro­jek­ten beschleu­nigt, Pro­jekt­vor­ga­ben und Lauf­zei­ten fle­xi­bi­li­siert wor­den. Eine stär­ke­re Kon­trol­le durch den Land­tag sei nicht erfor­der­lich, schreibt das Minis­te­ri­um, bie­tet jedoch „einen umfas­sen­den Bericht zum Umset­zungs­stand der Ver­wal­tungs­di­gi­ta­li­sie­rung” an Lan­des­rech­nungs­hof und Par­la­ment an.

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