Rom: Deut­scher Bot­schaf­ter will mehr Ver­ständ­nis für Italien

Rom - Stadt - Italien - Häuser - Gebäude - Himmel - BäumeFoto: Blick über Rom, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Mit dem Blick auf die aktu­el­len Span­nun­gen zwi­schen bei­den Län­dern hat der deut­sche Bot­schaf­ter in Rom mehr Ver­ständ­nis für Ita­li­en gefordert.

„Es ist wich­tig, dass wir in Deutsch­land sehen, wel­che Anstren­gun­gen unter­nom­men wor­den sind”, sag­te Vik­tor Ebling der „Welt” (Sams­tag­aus­ga­be). Ita­li­en habe einen Spar­kurs gefah­ren und „über vie­le der ver­gan­ge­nen Jah­re einen struk­tu­rel­len Über­schuss im Haus­halt erar­bei­tet”. Das Land habe „etwa Refor­men im Pen­si­ons­be­reich unter­nom­men und vie­le Ita­lie­ner sind der Mei­nung, dass sie schon eine gan­ze Men­ge Opfer gebracht haben, um ihr Land wie­der auf Kurs zu brin­gen”. Die­se Opfer sei­en nicht über­all bekannt.

Der Spar­kurs habe dazu geführt, „dass in vie­len Gebie­ten nicht aus­rei­chend inves­tiert wer­den konn­te”. Der Bot­schaf­ter nann­te als Bei­spie­le Digi­ta­li­sie­rung, For­schung und Bil­dung. Ita­li­en habe des­halb nun Nachholbedarf.

Ange­sichts jüngs­ter anti­deut­scher Äuße­run­gen in Ita­li­en sprach Ebling von „Ein­zel­stim­men”. An Deutsch­lands Soli­da­ri­tät und Euro­pa­freund­lich­keit bestehe kein Zwei­fel. Die Men­schen in Ita­li­en frag­ten sich aller­dings, „ob Euro­pa für Ita­li­en in einer Lage, die als unsi­cher ange­se­hen wird, eine Unter­stüt­zung sein kann”, sag­te der Diplo­mat. Zugleich glau­be er, dass „der Wil­le der EU in den letz­ten Tagen sehr deut­lich unter Beweis gestellt wor­den ist”.

Zuletzt war es zu Span­nun­gen im deutsch-ita­lie­ni­schen Ver­hält­nis gekom­men. Ita­li­en war das zunächst am schwers­ten von der Coro­na­kri­se betrof­fe­ne Land – und fühl­te sich von Deutsch­land und der EU lan­ge allein gelas­sen. Für Ver­stim­mung sorgt auch, dass Deutsch­land zusam­men mit ande­ren EU-Län­dern die von Ita­li­en gefor­der­ten gemein­sa­men Anlei­hen ablehnt, die soge­nann­ten Corona-Bonds.

Die EU hat­te sich in der ver­gan­ge­nen Woche auf ein Hilfs­pa­ket im Volu­men von 500 Mil­li­ar­den Euro geei­nigt, von dem ein grö­ße­rer Teil Ita­li­en zugu­te­kom­men könn­te. Über die Fra­ge der Coro­na-Bonds wird beim EU-Gip­fel in der kom­men­den Woche noch­mals verhandelt.

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