Tür­kei: Beri­van Aymaz und Cem Özde­mir war­nen vor Nationalisten

Cem Özdemir - Grünen - Politiker - PersonFoto: Cem Özdemir ehemaliger Bundesvorsitzender der Grünen, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Grü­nen-Poli­ti­ker befürch­ten eine gewalt­be­rei­ter tür­kisch-natio­na­lis­ti­scher Com­mu­ni­ty wegen tür­ki­scher Bericht­erstat­tung gegen sie.

„Mit den Codes „Tür­kei-Fein­de” und „PKK-Sym­pa­thi­san­ten” wird eine Auf­sta­che­lung die­ser Com­mu­ni­ty her­vor­ge­ru­fen”, sag­te Beri­van Aymaz, inte­gra­ti­ons­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im NRW-Land­tag, der „Welt” (Frei­tag­aus­ga­be). Nun befürch­ten sie, dass die­se Bericht­erstat­tung auch in Deutsch­land in die gewalt­be­rei­te tür­kisch-natio­na­lis­ti­sche Com­mu­ni­ty hin­ein­wir­ken und für eine Mobi­li­sie­rung die­ser Grup­pen sor­gen könn­ten. „Durch die­se Bericht­erstat­tung wer­den Cem Özde­mir und ich zur Ziel­schei­be gemacht”.

Die Bezeich­nung als PKK-Sym­pa­thi­san­tin wer­de allein auf­grund ihrer kur­di­schen Her­kunft und ihres kur­di­schen Vor­na­mens abge­lei­tet, so Aymaz. „Das ist Ras­sis­mus pur.” Die Poli­ti­ke­rin ist über­zeugt, dass die Bedro­hung durch tür­ki­sche Natio­na­lis­ten und Rechts­ex­tre­me lan­ge nicht genü­gend ernst genom­men wor­den sei. „Die­ser Vor­fall soll­te die Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che aus der Tür­kei und von tür­kisch-natio­na­lis­ti­schen Struk­tu­ren in Deutsch­land wie­der stär­ker in den Fokus rücken”.

Der frü­he­re Grü­nen-Par­tei­vor­sit­zen­de Cem Özde­mir sag­te der „Welt” dazu: „Die Erdo­gans und Putins die­ser Welt fürch­ten nichts mehr, als dass die eige­nen Schäf­chen dem Zwei­fel aus­ge­setzt wer­den”. Es brau­che Här­te gegen­über der tür­ki­schen Regie­rung und ihren Ver­su­chen, „hier­zu­lan­de Angst unter ihren Kri­ti­kern zu ver­brei­ten”. Özde­mir stand zudem bereits mehr­fach nach Dro­hun­gen von PKK-Anhän­gern unter Poli­zei­schutz. „Mir PKK-Nähe zu unter­stel­len, ist mehr als abenteuerlich”.

Kemal Bozay, Pro­fes­sor für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und Sozia­le Arbeit an der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Köln, hat sich inten­siv mit den Struk­tu­ren tür­kisch-natio­na­lis­ti­scher Milieus in Deutsch­land beschäf­tigt. Er sagt: „Het­ze in tür­ki­schen Medi­en kann auch zu Gewalt in Deutsch­land füh­ren.” Die stär­ker gewor­de­ne Ver­flech­tung zwi­schen Natio­na­lis­mus und Isla­mis­mus in Tei­len der tür­kei­stäm­mi­gen Com­mu­ni­ty schaf­fe den Rah­men für ein aggres­si­ve­res Auftreten.

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