Aachen: Beschleunigtes Gerichtsverfahren nach Ausweismissbrauch

Landgericht Aachen - Gerichtsgebäude - Adalbertsteinweg - AachenFoto: Sicht auf das Landgericht Aachen (Aachen)

Nachdem ein Mann aus dem Kongo sich mit einer geklauten ID-Karte aus Belgien auswies, wurde ein beschleunigtes Gerichtsverfahren in die Wege geleitet. Die Verhandlung fand direkt am nächsten Tag statt.

Die bürokratischen Mühlen mahlen manchmal auch schneller: Darauf dürfte ein 37-jähriger Mann aus dem Kongo nicht gehofft haben, nachdem er von der Bundespolizei Aachen am Grenzübergang Köpfchen kontrolliert wurde.

Anzeige

Bei seiner Einreise am 15.08.19 – kurz nach Mitternacht – wies er sich bei den Beamten mit einer belgischen ID-Karte aus. Unschwer war festzustellen, dass das Lichtbild nicht mit der Person übereinstimmte. Zudem war die Karte als gestohlen gemeldet worden.

Den Beamten der Bundespolizei gelang es, die Identität sowie einen Anspruch der Stadt Aachen von 7.000 Euro wegen fehlender Unterhaltsleistungen festzustellen. Da er seit 2014 keinen festen Wohnsitz mehr in Belgien hatte, konnte diese Forderung bisher nicht zugestellt werden.

Da gegen den 37-Jährigen weitere polizeiliche Erkenntnisse vorlagen, wurde er nach Sachvortrag bei der Staatsanwaltschaft Aachen einem beschleunigten Verfahren zugeführt. Schon einen Tag später, am 16.08.19 fand die Hauptverhandlung beim Amtsgericht in Aachen statt. Dort wurde er durch den Richter zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen je 70 Euro verurteilt.

Anzeige

Den Verhandlungstermin ließ sich auch das Jugendamt der Stadt Aachen nicht entgehen. Der Forderungsbescheid über die ausstehenden Unterhaltsvorauszahlungen wurde dort persönlich ausgehändigt. Der nächtliche Ausflug nach Aachen addiert sich somit auf runde 10.000 Euro.

Anzeige

Anmerkungen zum Beitrag? Hinweis an die Redaktion senden.