Düs­sel­dorf: Lau­mann hält Rei­se­ver­kehr in Deutsch­land vertretbar

Karl-Josef Laumann - CDU-Politiker - MinisterFoto: CDU-Politiker und Minister Karl-Josef Laumann, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Nord­rhein-West­fa­lens Gesund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann hält es für ver­tret­bar, wenn Deutsch­land den Rei­se­ver­kehr bald wie­der aufnimmt.

„Wenn wir eine sol­che Lage haben, gibt es kei­nen Grund, den Men­schen das Rei­sen wei­ter­hin zu ver­bie­ten. Wenn mehr gereist wird, gibt es mehr Risi­ken. Aber man kann es gut ver­ant­wor­ten”, sag­te Lau­mann der „Welt” mit Blick auf die güns­ti­ge Ent­wick­lung der Corona-Lage.

In ein paar Wochen wer­de man hof­fent­lich eine noch bes­se­re Lage haben. Zugleich stell­te Lau­mann klar, dass „bestimm­te Ein­schrän­kun­gen” noch lan­ge blei­ben wür­den. „Dort, wo vie­le Men­schen zusam­men­kom­men, wird die Schutz­mas­ke ein Bestand­teil des öffent­li­chen Lebens blei­ben”, so der Minis­ter. „Bis wir einen Impf­stoff haben. Das kann – so schät­zen es die meis­ten Exper­ten – min­des­tens noch ein Jahr dauern”.

Lau­mann zeig­te sich ins­ge­samt zufrie­den mit der Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie in Deutsch­land. „Auch wenn nach wie vor Vor­sicht gebo­ten ist: Wir befin­den uns aktu­ell in einer eher ent­spann­ten Situa­ti­on. Wenn man sieht, wie es in ande­ren Län­dern gelau­fen ist, muss man sagen, dass wir es in Deutsch­land ganz gut hin­ge­kriegt haben”, so Lau­mann. Man habe die Mög­lich­keit, die „Ein­schnit­te Schritt für Schritt zurück­zu­neh­men und zu einer Nor­ma­li­tät mit Auf­la­gen zu kommen”.

Lau­mann sieht momen­tan kei­ne Anzei­chen für eine zwei­te Infek­ti­ons­wel­le. „Man kann eine zwei­te Wel­le nicht aus­schlie­ßen, aber wir berei­ten uns so gut wie mög­lich vor”, so Lau­mann. NRW wer­de ein Lager für Schutz­be­klei­dung und ‑mas­ken anle­gen. „Ich hof­fe, dass wir sie nicht brau­chen. Ich möch­te aber nicht noch ein­mal in die Situa­ti­on gera­ten, dass man die­se Sachen nicht hat”.

Mit Blick auf die soge­nann­ten Hygie­ne-Demos von Men­schen, die die Coro­na-Schutz­maß­nah­men grund­sätz­lich infra­ge stel­len, sag­te Lau­mann: Er tue sich schwer mit die­sem klei­nen Teil der Bevöl­ke­rung. Die Poli­tik müs­se „aber auch ver­su­chen, Men­schen, die extrem gewor­den sind, in die Mit­te zurück­zu­ge­win­nen. Man darf als Poli­ti­ker nicht auf­ge­ben, Men­schen zu erreichen.”.

Lau­mann, der in NRW auch Minis­ter für Arbeit und Sozia­les ist, zeig­te sich zufrie­den mit der durch die Bun­des­re­gie­rung beschlos­se­nen schär­fe­re Kon­trol­le von Schlacht­be­trie­ben, die unter ande­rem ein Ver­bot von Werk­ver­trä­gen für Mit­ar­bei­ter vor­sieht. „Ich rate ande­ren Bran­chen, wo das nicht so gut funk­tio­niert, ähn­li­che Ent­wick­lun­gen, wie sie jetzt für die Schlacht­be­trie­be beschlos­sen wer­den, frei­wil­lig zu voll­zie­hen. Ich wer­de eine Arbeits­schutz­stra­te­gie zum Schwer­punkt in den nächs­ten Mona­ten machen und ver­stärkt auf die Situa­ti­on in der Land­wirt­schaft und in der Logis­tik schau­en, vor allem bei den Unter­künf­ten. Die letz­ten Wochen haben sehr stark gezeigt, dass loka­le Infek­ti­ons­aus­brü­che oft mit Sam­mel­un­ter­künf­ten zusam­men­hin­gen. Wir wol­len Stan­dards set­zen, die auch dann gel­ten, wenn die Pan­de­mie vor­bei ist.”

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