Essen: Einzelhandelskette Aldi offen für eine Fleischsteuer

ALDI Süd - Filiale - Parkplatz - Robert-Perthel-Straße - Köln-BilderstöckchenFoto: ALDI Süd-Filiale auf der Robert-Perthel-Straße (Köln-Bilderstöckchen)

Aldi unterstützt die vorgeschlagene Tierwohlabgabe von 40 Cent pro Kilogramm Fleisch, setzt aber gleichzeitig hohe Hürden für eine Umsetzung.

Es müssten dazu „alle Marktteilnehmer ins Boot – möglichst auf europäischer Ebene“, sagte Aldi-Süd-Sprecher Peter Wübben dem „Spiegel“. Es brauche „eine saubere ordnungspolitische Umsetzung, damit die Abgabe am Ende auch wirklich den Tieren zugutekommt“, sagte Florian Scholbeck, Sprecher von Aldi-Nord, dem Magazin. Die Abgabe soll in einen Fonds fließen, aus dem die Kosten für Stallumbauten bestritten werden.

Anne Markwardt, Lebensmittelexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, hält das in den bestehenden Strukturen nicht für zielführend: „Wir brauchen höhere gesetzliche Standards und eine effektive, betriebsgenaue Kontrolle der Tiergesundheit. Dann werden die Preise automatisch steigen.“ Aldi habe seine Einkaufsmacht bislang nicht genutzt, kostendeckende Preise für tiergerechte Haltungsformen durchzusetzen. Vielmehr zwinge der harte Wettbewerb die Landwirte, immer günstiger zu produzieren. „Aldi stiehlt sich aus der Affäre und schiebt die Verantwortung weiter“, kritisiert sie die Haltung des Discounters in Sachen Fleischsteuer.

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