Köln: Stadt bewirbt sich offiziell als Corona-Modellkommune

DDR - Verbotsschilder - Sperrgebiet - Verbotene Zone - Stop - SchilderFoto: Sicht auf DDR-Verbotsschilder, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Das Land will landesweit modellhaft erproben, wie die Digitalisierung hilft, schrittweise zu einer Öffnung unter Pandemiebedingungen zu kommen.

Köln hat sich gestern um die Anerkennung als Modellkommune beworben. Seine Entscheidung will das Land in der Woche nach Ostern bekanntgeben. Über den Startzeitpunkt der Projekte werden das Land und die teilnehmenden Kommunen dann gemeinsam, auch unter Einbeziehung der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens, entscheiden.

Bei den Modellen soll besonderes Gewicht auf die digitale Unterstützung in den drei Bereichen Kontaktnachvollziehung, Impfung und Testung gelegt werden. Es geht nicht darum, flächendeckend Öffnungen aller gesellschaftlichen Lebensbereiche kontrolliert zu ermöglichen, sondern sich auf den pandemiesicheren Betrieb klar abgrenzbarer Bereiche zu konzentrieren. Die Projekte sollen wissenschaftlich evaluiert werden und die Ergebnisse der zeitlich befristeten Modelle wertvolle Hinweise im Sinne auch von Blaupausen für weitere Schritte geben.

Der Kölner Antrag sieht eine geographisch und betriebsbezogen eng begrenzte Projektgröße und -ausdehnung vor, eine stufenförmige Ausweitung ist geplant. Für die erste Stufe sind zunächst die Einbeziehung eines Einkaufszentrums mit ergänzendem Einzelhandel, einer Ladenstraße, einer Eventlokation, einer Kultureinrichtung, einer Veranstaltung des Handels, einer Sportstätte sowie einer Außen- und Innengastronomie geplant. Zudem sollen im ersten Schritt auch räumlich abgegrenzte Modellschulen und Kitas einbezogen werden.

Im Modellprojekt werden Organisationselemente erprobt, wie das digitale Testzertifikat mit einer definierten Gültigkeitsdauer (PoC-Schnelltest 24 Stunden, PCR-Test 48 Stunden). Es werden teilsichere (mit negativem PoC-Test) und weitgehend sichere (negativer PCR-Test) Bereiche definiert. Es soll geprüft werden, ob sich die jeweilige Gültigkeitsdauer sicher ausdehnen lässt (zum Beispiel 60 Stunden, 72 Stunden). Zudem soll die Laborlogistik im Hinblick auf Selbsttestfähigkeit (weniger Fremdaufwand im Testzentrum) und Pooltestung (geringere Kosten für PCR-Testungen) entwickelt und erprobt werden sowie die bereits entwickelten Probennahmen (Rachenspülprobe, Lolli-Methode) unter Modellprojektbedingungen in der Breite erprobt und evaluiert werden.

Der Krisenstab hat festgelegt, dass das Modellprojekt abgebrochen wird, wenn in dem räumlich abgegrenzten Projektbereich mehr Ansteckungen stattfinden als erwartet beziehungsweise vorhergesagt. Des Weiteren können Modifikationen in Zusammenhang mit den zu prüfenden Organisationselemente (Testungen, Bereiche, Nachverfolgung, etc.) und/oder die digitalen Werkzeuge notwendig werden.

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