NRW: 81-köp­fi­ges Team ver­han­delt für CDU

Wahlplakate - FDP - Wir warten nicht länger - CDU - Erfolgreich für DeutschlandFoto: Wahlplakate der FDP und CDU nebeneinander in der Öffentlichkeit, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die CDU hat sich auf ein 81-köp­fi­ges Team geei­nigt, das ab Diens­tag die Koali­ti­ons­ge­sprä­che mit den Grü­nen füh­ren soll.

Wie aus einem CDU-inter­nen Papier her­vor­geht, über das die „Rhei­ni­sche Post” berich­tet, gibt es ins­ge­samt 13 Arbeits­grup­pen mit je sechs Ver­tre­tern. Zusätz­lich gibt es die soge­nann­te Koa-Run­de, ein Fün­fer­gre­mi­um, dem neben NRW-Minis­ter­prä­si­dent Hen­drik Wüst, Frak­ti­ons­chef Bodo Lött­gen, Kom­mu­nal­mi­nis­te­rin Ina Schar­ren­bach, die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Eli­sa­beth Win­kel­mei­er-Becker und der Chef der Staats­kanz­lei, Natha­na­el Limin­ski, ange­hö­ren. Die­ses Gre­mi­um berät sich mit den Vor­sit­zen­den und Stell­ver­tre­tern der Arbeits­grup­pen, ent­schei­det über strit­ti­ge Punk­te und fina­li­siert die Texte.

Als Chef der Arbeits­grup­pe „Kli­ma­schutz, Ener­gie, Wirt­schaft” ist der frü­he­re Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter und heu­ti­ge Bun­des­tags­frak­ti­ons­vi­ze, Jens Spahn, vor­ge­se­hen. Sein Stell­ver­tre­ter wird Land­tags­frak­ti­ons­vi­ze Dani­el Sie­ve­ke. Für „Wis­sen­schaft, Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­ti­on” über­nimmt Ex-Bil­dungs­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek, ihr zur Sei­te steht der frü­he­re Lan­des­vor­sit­zen­de der Jun­gen Uni­on und Digi­tal­po­li­ti­ker Flo­ri­an Braun.

Die bis­he­ri­gen Lan­des­mi­nis­ter ver­han­deln feder­füh­rend ihr jewei­li­ges The­men­feld: Lutz Lie­nen­käm­per (Finan­zen) gemein­sam mit dem Chef der Lan­des­grup­pe im Bun­des­tag Gün­ter Krings, Ina Bran­des (Ver­kehr) mit dem ver­kehrs­po­li­ti­schen Spre­cher im Land­tag, Klaus Vous­sem, Her­bert Reul und als Stell­ver­tre­ter Peter Biesen­bach (Innen und Recht), Karl-Josef Lau­mann (Arbeit, Gesund­heit und Sozia­les) mit dem Düs­sel­dor­fer Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mar­co Schmitz, Ina Schar­ren­bach (Bau­en und Woh­nen) gemein­sam mit dem Par­la­men­ta­ri­schen Geschäfts­füh­rer der Land­tags­frak­ti­on, Mat­thi­as Kerk­hoff. Dane­ben ist Gene­ral­se­kre­tär Josef Hoven­jür­gen für Kom­mu­na­les zustän­dig und wird ver­tre­ten vom frü­he­ren Staats­se­kre­tär im Bau­mi­nis­te­ri­um, Jan Hei­nisch. Der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Peter Lie­se und die Aus­schuss­vor­sit­zen­de Patri­cia Peill sind das Duo für Umwelt, Land­wirt­schaft, Natur- und Verbraucherschutz.

Für das beson­ders im Fokus ste­hen­de The­ma Bil­dung über­nimmt der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Tho­mas Rachel und als Stell­ver­tre­ter die ehe­ma­li­ge Duis­bur­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Petra Vogt, Gleich­stel­lung und Fami­li­en­po­li­tik ver­han­delt Eli­sa­beth Win­kel­mei­er-Becker mit dem Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jens Kamieth, Kultur‑, Medi­en- und Sport­po­li­tik über­nimmt die Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Sabi­ne Ver­he­yen gemein­sam mit dem Staats­se­kre­tär Klaus Kai­ser. Für Migra­ti­ons­po­li­tik ist die inte­gra­ti­ons­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Land­tags­frak­ti­on Hei­ke Wer­mer zustän­dig und wird ver­tre­ten vom Lan­des­mi­nis­ter Ste­phan Holthoff-Pförtner.

Der Co-Vor­sit­zen­de der NRW-Grü­nen, Felix Banas­zak, geht davon aus, dass CDU und Grü­ne in den nächs­ten Wochen einen Koali­ti­ons­ver­trag unter­zeich­nen kön­nen. „In einer Situa­ti­on, in der es Krieg in Euro­pa gibt und Ener­gie- und Lebens­mit­tel­prei­se rasant stei­gen, gäbe es wohl kein Ver­ständ­nis, wenn wir uns jetzt mona­te­lang strei­ten und mit uns selbst beschäf­ti­gen”, sag­te Banas­zak der „Rhei­ni­schen Post” nach vier­tä­gi­gen Son­die­run­gen, die „hart in der Sache, freund­lich im Ton” abge­lau­fen sein sollen.

Ver­ständ­nis äußer­te der 32-Jäh­ri­ge für die kri­ti­sche Hal­tung der Grü­nen Jugend, die auf dem Par­tei­tag am Sonn­tag die Zustim­mung zu Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen mit der CDU ver­wei­gert hat­ten. „Es wäre schon gespens­tisch, wenn bei einem sol­chen Bünd­nis, bei einem sol­chen Para­dig­men­wech­sel, der eige­ne Jugend­ver­band nicht auch Zwei­fel hät­te”. Die 1,5‑Grad-Grenze beim Kli­ma­schutz ver­lau­fe nicht durch den Wei­ler Lüt­zer­ath, wo die Urtei­le gefällt und die Rechts- und Eigen­tums­fra­gen abschlie­ßend geklärt sei­en, sag­te der Grü­nen-Poli­ti­ker auf die Fra­ge, war­um man sich nicht für den Erhalt des Erkel­en­zer Tage­bau­dorfs ein­ge­setzt habe. Bei der Bekämp­fung der Orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät soll in Zukunft die Wirk­sam­keit der Maß­nah­men über den Sym­bo­li­ken ste­hen. Des­halb wol­le man Begrif­fen ver­mei­den, die eini­ge als stig­ma­ti­sie­rend emp­fin­den kön­nen. Der Begriff „Clan-Kri­mi­na­li­tät” hat­te es nicht in das Son­die­rungs­pa­pier geschafft. „Wir pla­nen kei­ne kom­plet­te Abkehr der Poli­tik der ver­gan­ge­nen Jah­re, aber eine deut­li­che Rich­tungs­än­de­rung”, sag­te Banaszak.

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