NRW: Flücht­lings­rat warnt vor neu­en Ver­trei­bun­gen aus Nordsyrien

Flüchtlinge - Zelte - Kleidung - Zäune - BalkanrouteFoto: Flüchtlinge auf der Balkanroute, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Mit Blick auf den Krieg in Nord­sy­ri­en hat der Flücht­lings­rat NRW vor neu­en Ver­trei­bun­gen aus der kri­sen­ge­beu­tel­ten Regi­on gewarnt.

Sie rech­ne mit einer Ver­schär­fung der Situa­ti­on an den EU-Außen­gren­zen, sag­te die Geschäfts­füh­re­rin des Flücht­lings­rats, Bir­git Nau­joks, der „Neu­en West­fä­li­schen” (Don­ners­tags­aus­ga­be). „Wir gehen davon aus, dass der­zeit 165.000 Men­schen allein vor den tür­ki­schen Trup­pen flüchten.”

Der Flücht­lings­rat riet der nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­re­gie­rung, aus der Ver­gan­gen­heit zu ler­nen. In Zei­ten, da zen­tra­le Unter­brin­gungs­ein­rich­tun­gen geschlos­sen wer­den, sei es „wich­tig, Kapa­zi­tä­ten vor­zu­hal­ten und abzu­wä­gen, wie vie­le Ein­rich­tun­gen noch gebraucht wer­den könn­ten”. Eine Situa­ti­on wie die des Som­mers 2015 dür­fe sich nicht wie­der­ho­len, sag­te Nau­joks. In jenen Mona­ten sei­en „die behörd­li­chen Struk­tu­ren völ­lig über­las­tet” gewe­sen. „Man konn­te weder adäqua­te Auf­nah­me­be­din­gun­gen noch rechts­staat­li­che Asyl­ver­fah­ren gewähr­leis­ten.” Geflüch­te­te Men­schen hät­ten „mona­te­lang dar­auf war­ten müs­sen, über­haupt einen Asyl­an­trag stel­len zu dürfen”.

Die Kur­di­sche Gemein­de Deutsch­land (KGD) emp­fahl der NRW-Lan­des­re­gie­rung eben­falls, sich auf neue Flücht­lin­ge ein­zu­stel­len. „NRW soll­te sich auf stei­gen­de Flücht­lings­zah­len vor­be­rei­ten”, sag­te der stell­ver­tre­ten­de KGD-Vor­sit­zen­de Meh­met Tan­ri­ver­di der Zei­tung. Er rech­net mit einer gro­ßen Flücht­lings­be­we­gung von Kur­den nach Deutsch­land. Von den bis zu 300.000 Men­schen, die nach sei­nen Infor­ma­tio­nen der­zeit in der Regi­on auf der Flucht sind, wür­den „vie­le alles dafür tun, um es nach Euro­pa zu schaffen”.

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