NRW: Sozi­al­mi­nis­ter ist gegen die gesetz­li­che Aktien-Rente

Deutsche Rentenversicherung Bund - Ruhrstraße - BerlinFoto: Deutsche Rentenversicherung Bund (Berlin), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Nord­rhein-West­fa­lens CDU-Sozi­al­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann lehnt die Plä­ne der FPD für eine gesetz­li­che Akti­en-Ren­te ab.

Er sei „strikt dage­gen, die gesetz­li­che Ren­te zu schwä­chen. Sie ist und bleibt die wich­tigs­te Säu­le der Alters­vor­sor­ge”, sag­te der Minis­ter der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Mitt­woch­aus­ga­be). Das gel­ten­de Umla­ge­sys­tem habe sich „in den letz­ten Jahr­zehn­ten als über­le­gen und hoch ren­ta­bel erwie­sen”. Es sei „eine siche­re Sache”. Dar­auf könn­ten „sich die gut 25,7 Mil­lio­nen Rent­ner monat­lich verlassen”.

Die Frei­en Demo­kra­ten haben mit der „gesetz­li­chen Akti­en-Ren­te” ein Reform­kon­zept für den Bun­des­tags­wahl­kampf vor­ge­legt, das sich an Schwe­den ori­en­tiert. Ähn­lich wie dort sol­len dem­nach künf­tig zwei Pro­zent­punk­te des Ren­ten­bei­trags, den Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber je zur Hälf­te abfüh­ren, nicht mehr in die klas­si­sche, umla­ge­fi­nan­zier­te Ren­ten­kas­se flie­ßen, son­dern in einen staat­lich beauf­sich­tig­ten Fonds. Die­ser soll das Ver­mö­gen künf­ti­ger Ruhe­ständ­ler in Akti­en an den Welt­bör­sen anlegen.

Lau­mann, der auch Chef der Christ­lich-Demo­kra­ti­schen Arbeit­neh­mer­schaft ist, wies den FDP-Vor­stoß aber nicht gänz­lich zurück: „Ich fin­de aber schon, dass wir die zusätz­li­che pri­va­te Alters­vor­sor­ge in Deutsch­land stär­ken müs­sen”, sag­te der Lan­des­mi­nis­ter der SZ. Sie sei für vie­le Men­schen „ein wich­ti­ger Teil für ein gutes Leben im Alter”.

Mit Blick auf Mil­lio­nen Ries­ter-Ren­ten und Alters­vor­sor­ge­ver­trä­ge in Deutsch­land, kri­ti­sier­te Lau­mann: „Der­zeit haben wir einen regel­rech­ten Dschun­gel an Pro­duk­ten. Da ist eine Men­ge Mist dabei”. Lau­mann nann­te „immense Abschluss­kos­ten, hohe Ver­wal­tungs­kos­ten, nahe­zu wert­lo­se Garan­tien und kei­ne Ren­di­te”. Das ein­zi­ge, was die­se Pro­duk­te für die Arbeit­neh­mer attrak­tiv mache, so Lau­mann, sei die staat­li­che Zula­ge. In die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft setzt der Minis­ter offen­bar wenig Ver­trau­en: „Das Geld, das wir heu­te für Zula­gen aus­ge­ben, wäre an vie­len ande­ren Stel­len bes­ser auf­ge­ho­ben – der Ver­si­che­rungs­bran­che will ich es nicht mehr geben”, sag­te der CDU-Politiker.

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