Lock­down: Ange­la Mer­kel will Ver­län­ge­rung nicht ausschließen

Frankfurt Hauptbahnhof - Bahnhofshalle - Gleis 17 - Mann - Maske - HundFoto: Mann mit Hund im Frankfurter Hauptbahnhof, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel will eine Ver­län­ge­rung des am Mon­tag gestar­te­ten Teil-Lock­downs in den Dezem­ber hin­ein nicht ausschließen.

Über den 30. Novem­ber 2020 hin­aus wol­le sie noch nicht spe­ku­lie­ren, sag­te Mer­kel am Mon­tag­nach­mit­tag nach einer Sit­zung des Coro­na-Kabi­netts in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz. Am 16. Novem­ber 2020 wer­de sie mit den Minis­ter­prä­si­den­ten über das wei­te­re Vor­ge­hen bera­ten. Dann wer­de man auch die Wir­kung der Lock­down-Maß­nah­men bewer­ten. „Wir wer­den jeden­falls poli­tisch alles ver­su­chen, damit das auf den Novem­ber beschränkt bleibt”, füg­te die CDU-Poli­ti­ke­rin hinzu.

Zugleich ver­tei­dig­te Mer­kel noch ein­mal die Maß­nah­men. Deutsch­land steue­re auf eine „aku­te Not­la­ge in den Kran­ken­häu­sern” zu, sag­te sie. Man kom­me immer näher an die Belas­tungs­gren­ze der Kli­ni­ken. „Das kann kei­ne Regie­rung ver­ant­wor­ten”, so Mer­kel. „Wir müs­sen wie­der in eine Situa­ti­on kom­men, in der die Gesund­heits­äm­ter die Kon­tak­te nach­ver­fol­gen kön­nen.” Dafür müs­se man wie­der in eine Regi­on von maxi­mal 50 Coro­na-Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Ein­woh­ner inner­halb von sie­ben Tagen kom­men. Das sei das Ziel der aktu­el­len Maßnahmen.

Die Kanz­le­rin zeig­te Ver­ständ­nis für den Frust der Bür­ger, die auf vie­les ver­zich­ten müss­ten, was das Leben schön mache. Man habe aber kei­nen mil­de­ren Weg gese­hen. „Jeder und jede hat es in der Hand, die­sen Novem­ber zu einem gemein­sa­men Erfolg zu machen”, füg­te die CDU-Poli­ti­ke­rin hin­zu. Es gehe dar­um, die Basis für einen „erträg­li­chen Dezem­ber” zu schaf­fen. Wenn man die Maß­nah­men einen Monat „in aller Kon­se­quenz” durch­hal­te, kön­ne der Lock­down ein „Wel­len­bre­cher” sein.

Der vier­wö­chi­ge Teil-Lock­down gilt seit Mon­tag in ganz Deutsch­land. Ent­spre­chen­de Rege­lun­gen tra­ten um Mit­ter­nacht in allen Bun­des­län­dern in Kraft, wobei es klei­ne­re regio­na­le Unter­schie­de gibt. Beson­ders betrof­fen sind vor allem Gas­tro­no­mie- und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen. Die­se müs­sen für den Zeit­raum schlie­ßen. Zudem gel­ten schar­fe Kon­takt­be­schrän­kun­gen. In der Regel sol­len sich nur noch Ange­hö­ri­ge zwei­er Haus­hal­te tref­fen dür­fen. Bil­dungs­ein­rich­tun­gen blei­ben im Gegen­satz zum ers­ten Lock­down im Früh­jahr vor­erst geöffnet.

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