Hua­wei: Bun­des­re­gie­rung will Sicher­heits­be­stim­mun­gen für 5G verschärfen

Basisstation - Handy - Sendemast - Mobilfunkmast - DachFoto: Basisstation für Mobilfunk auf einem Dach, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung kommt den Kri­ti­kern des chi­ne­si­schen Netz­aus­rüs­ters Hua­wei ent­ge­gen: Das Innen­mi­nis­te­ri­um stellt klar, dass es sich nicht mit einer tech­ni­schen Prü­fung der Kom­po­nen­ten und einer Ver­trau­ens­wür­dig­keits­er­klä­rung der Her­stel­ler begnü­gen will.

Viel­mehr sol­le die Glaub­wür­dig­keit sol­cher Erklä­run­gen poli­tisch bewer­tet wer­den, berich­tet das „Han­dels­blatt” (Mitt­wochs­aus­ga­be). Das kön­ne bedeu­ten, dass Hua­wei am Ende doch von kri­ti­schen Berei­chen des 5G-Net­zes aus­ge­schlos­sen wer­de, wie es Fach­po­li­ti­ker der Koali­ti­on fordern.

Der Klar­stel­lung des Innen­mi­nis­te­ri­ums vor­aus­ge­gan­gen sei ein Vier-Augen-Gespräch zwi­schen Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) und Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU), berich­tet die Zei­tung unter Beru­fung auf eige­ne Infor­ma­tio­nen. Der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Metin Hak­ver­di sprach von einer „Wen­de, die ich sehr begrü­ße”. Die Reak­ti­on der Bun­des­re­gie­rung sei eine „Wer­be­ver­an­stal­tung für den Par­la­men­ta­ris­mus”. Die Bun­des­re­gie­rung habe gehofft, dass das The­ma unter der Radar­schwel­le blei­be, jetzt beu­ge sie sich dem öffent­li­chen Druck, so Hak­ver­di weiter.

Auch Nils Schmid – außen­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on – begrüß­te die Erklä­rung des Innen­mi­nis­te­ri­ums. „Es ist gut, dass das Innen­mi­nis­te­ri­um klar­stellt, dass eine poli­ti­sche Bewer­tung der Risi­ken im 5G-Netz nötig ist”, sag­te Schmid der Zei­tung. Jetzt müs­se die Regie­rung aller­dings klar kom­mu­ni­zie­ren, ob die Auf­fas­sung des Innen­mi­nis­te­ri­ums eine ein­heit­li­che Linie sei, so der SPD-Poli­ti­ker weiter.

So sehen es auch die Hua­wei-Kri­ti­ker der Uni­on: „Die Äuße­rung des Innen­mi­nis­te­ri­ums ist ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung”, sag­te der CDU-Innen­po­li­ti­ker Chris­toph Bern­stiel dem „Han­dels­blatt”. Ent­schei­dend sei jetzt „eine Posi­tio­nie­rung der Kanz­le­rin und des Par­la­ments in die­ser für unser Land so bedeu­ten­den Zukunfts­fra­ge”, so der CDU-Poli­ti­ker weiter.

Die Bun­des­re­gie­rung ist in der Hua­wei-Fra­ge gespal­ten. Wäh­rend Innen­mi­nis­te­ri­um, Aus­wär­ti­ges Amt und die Nach­rich­ten­diens­te die Risi­ken her­vor­he­ben, haben sich Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um und Kanz­ler­amt klar gegen einen Aus­schluss des chi­ne­si­schen Anbie­ters ausgesprochen.

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