AOK: Bun­des­ver­band warnt vor Beitragsschock

AOK-Logo - KrankenkasseFoto: Sicht auf das AOK-Logo vor dem Krankenkassengebäude, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Ange­sichts der Finanz­la­ge der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung müs­sen die Bei­trä­ge mög­li­cher­wei­se stär­ker stei­gen als geplant.

„Wir haben eine fra­gi­le Situa­ti­on”, sag­te die Vor­sit­zen­de des AOK-Bun­des­ver­bands, Caro­la Rei­mann, dem „Han­dels­blatt”. Der Minis­ter müs­se ver­ste­hen, dass die Kas­sen leer sei­en. Schon jetzt mach­ten sich höhe­re Ener­gie­prei­se und die Infla­ti­on im Gesund­heits­sys­tem bemerk­bar. „Dann wür­de das Defi­zit noch grö­ßer aus­fal­len – und die 0,3 Pro­zent­punk­te auch nicht mehr aus­rei­chen”, sag­te sie. „Die Bei­trä­ge müss­ten dann im kom­men­den Jahr noch stär­ker stei­gen als von Lau­ter­bach geplant, trotz aller Maß­nah­men”. Rut­sche Deutsch­land in eine Rezes­si­on, wür­de dies auch das Kas­sen­sys­tem in eine „his­to­ri­sche Kri­se” stür­zen. „Dar­auf ist nie­mand vor­be­rei­tet”, sag­te Rei­mann weiter.

Zum Pro­blem wür­de dann, dass die Kas­sen nach Plä­nen des Gesund­heits­mi­nis­ters auch wei­te­re Reser­ven abfüh­ren müs­sen. „Das schränkt aber die Zah­lungs­fä­hig­keit der Kas­sen wei­ter ein und ver­hin­dert Inves­ti­tio­nen in eine bes­se­re Gesund­heits­ver­sor­gung. Außer­dem kann es dazu füh­ren, dass Kas­sen in erns­te Schwie­rig­kei­ten gera­ten und sogar Insol­venz anmel­den müs­sen”, sag­te Rei­mann. „Man möch­te sich das bei einer gro­ßen Kas­se nicht vor­stel­len.” Schon jetzt sieht Rei­mann kei­nen Spiel­raum mehr für wei­te­re Aus­ga­ben, etwa für die von Lau­ter­bach ange­kün­dig­ten Gesund­heits­kios­ke und Tei­le der Kran­ken­haus­re­form. „Auch für die vie­len gut gemein­ten Absich­ten im Koali­ti­ons­ver­trag sind die Kas­sen leer. Das betrifft etwa mehr Geld für Pfle­ge­per­so­nal im Kran­ken­haus, die Her­aus­nah­me der Kin­der- und Jugend­me­di­zin sowie Geburts­hil­fe aus dem Fall­pau­scha­len­sys­tem oder die Über­nah­me der medi­zi­ni­schen Behand­lungs­pfle­ge für Bewoh­ner in Pfle­ge­hei­men”. Die Vor­sit­zen­den des AOK-Bun­des­ver­bands bezif­fert die Kos­ten für die Vor­ha­ben auf zehn Mil­li­ar­den Euro. „Und das sind alles Pro­jek­te, die Lau­ter­bach eigent­lich noch umset­zen muss”.

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