Ber­lin: All­tags­hel­den nur für zwei Mona­te laut Richard Precht

Krankenhaus - Patientenbett - Krankenbett - Patient - Person - Tropf - Zimmer - KissenFoto: Sicht auf eine Patientin im Krankenhaus, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Phi­lo­soph und Publi­zist Richard David Precht glaubt nicht an eine dau­er­haft höhe­re gesell­schaft­li­che Wert­schät­zung für Pflegekräfte.

Die Fra­ge der gerech­ten Bezah­lung beschäf­ti­ge Deutsch­land schon län­ger, doch jetzt wer­de „ein Lob­lied” auf die Pfle­ge­kräf­te gesun­gen, sie sei­en die „Hel­den unse­rer Zeit, das sind lei­der Hel­den für zwei Mona­te”, sag­te der Phi­lo­soph der „Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung”. Für die Zeit nach der Coro­na­kri­se wünscht sich der Publi­zist den­noch eine Moder­ni­sie­rung der Gesellschaft.

„Ich möch­te nicht in eine Rea­li­tät zurück­keh­ren, in der Men­schen, die die har­ten, auf­op­fe­rungs­vol­len Pfle­ge­be­ru­fe machen, so schlecht bezahlt wer­den wie in Deutsch­land”, sag­te Precht der Zei­tung. Er fin­de, es sei „die ver­damm­te Pflicht, sich von­sei­ten der Poli­tik dar­über Gedan­ken zu machen, wie man dar­an was ändert”.

Außer­dem sorgt sich Precht um das Kli­ma und sieht die Mög­lich­keit, auch nach der Kri­se nach­hal­ti­ger zu leben. Ein Bei­spiel dafür sei der „über­bor­den­de Kreuz­fahrt­tou­ris­mus mit all den Umwelt­schä­den, die er anrich­tet”. Für ihn wäre es „eine schö­ne Vor­stel­lung, wenn es den nicht mehr gäbe”. Für den ein­zel­nen Men­schen sei die aktu­el­le Situa­ti­on eine Chan­ce, über das eige­ne Leben nach­zu­den­ken und es womög­lich zu ändern. „Es gibt Leu­te, die den Zustand gar nicht so übel fin­den, nicht pau­sen­los unter­wegs zu sein, sei es mit dem Auto oder im Flie­ger”, sag­te Precht. Auch Home­of­fice hät­ten vie­le für sich ent­deckt. Die­se Zeit wer­de bei den meis­ten Men­schen „Spu­ren” hinterlassen.

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