Ber­lin: Deut­sche Indus­trie prä­sen­tiert 66 Forderungen

Haus der Deutschen Wirtschaft - Spitzenorganisation - BDA - BDI - DIHK - BerlinFoto: Haus der Deutschen Wirtschaft (Berlin), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die deut­sche Wirt­schaft for­dert ange­sichts der schwe­ren Wirt­schafts­kri­se in Fol­ge der Coro­na-Pan­de­mie einen weit­rei­chen­den Abbau staat­li­cher Bürokratie.

„66 Maß­nah­men für einen erfolg­rei­chen Wie­der­hoch­lauf der Indus­trie”, heißt das Papier des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Indus­trie (BDI), über das die „Welt am Sonn­tag” berich­tet. „Über­zo­ge­ne Büro­kra­tie frisst Zeit, Ner­ven und Geld in Unter­neh­men aller Grö­ßen, Regio­nen und Bran­chen”, sag­te BDI-Prä­si­dent Die­ter Kempf. „Sie hemmt Inno­va­ti­on und ist – real wie gefühlt – ein Standortnachteil”.

In sei­nen 66 Vor­schlä­gen zum Abbau der Büro­kra­tie, die der BDI am Mon­tag ver­öf­fent­li­chen will, geht der Ver­band auch auf The­men ein, mit denen sich die Poli­tik schwer­tun dürf­te. Gleich unter Punkt eins der Lis­te for­dert der Ver­band: „Offen­heit für Inves­ti­tio­nen aus dem Aus­land bewah­ren.” Kon­kret geht es um das erheb­lich erwei­ter­te Mit­spra­che­recht der Poli­tik beim Ver­kauf deut­scher Fir­men an nicht euro­päi­sche Inves­to­ren. Ursprüng­lich war das Recht ver­schärft wor­den, um chi­ne­si­schen Bie­tern das Leben schwer zu machen. Gera­de eben aber hat die Bun­des­re­gie­rung die Außen­wirt­schafts­ver­ord­nung nachgeschärft.

Künf­tig ist eine Mel­de­pflicht vor­ge­se­hen, wenn EU-frem­de Fir­men mehr als zehn Pro­zent deut­scher Phar­ma- oder Medi­zin­gü­ter­her­stel­ler kau­fen wol­len. Beim Ener­gie­recht for­dern die im BDI gebün­del­ten ein­zel­nen Indus­trie­be­rei­che einen Erhalt der Ent­las­tung bei den Netz­ent­gel­ten, auch wenn Unter­neh­men wegen der Coro­na­kri­se mit ihrem Ener­gie­ver­brauch der­zeit unter der nöti­gen Schwel­le liegen.

Zudem will die Wirt­schaft auf die Gesund­heits­da­ten der Bür­ger zugrei­fen, die die­se künf­tig für For­schungs­zwe­cke frei­wil­lig an ein staat­li­ches For­schungs­da­ten­zen­trum über­mit­teln kön­nen. „Gera­de in der Coro­na­kri­se zeigt sich der Wert der indus­tri­el­len For­schung für den medi­zi­ni­schen Fort­schritt”, schreibt der BDI. Er ver­langt für die Daten ein Antrags­recht. Daten­schüt­zer könn­ten hell­hö­rig werden.

Völ­lig unum­strit­ten wir­ken im Ver­gleich dazu die For­de­run­gen nach schnel­ler Digi­ta­li­sie­rung: „Zer­ti­fi­zier­te elek­tro­ni­sche Unter­schrif­ten soll­ten anstel­le von hän­di­schen Unter­schrif­ten von allen Lan­des- und Bun­des­äm­tern inklu­si­ve Grenz­kon­troll­stel­len jetzt unmit­tel­bar, aber auch in Zukunft akzep­tiert werden.”.

Ver­wal­tungs­dienst­leis­tun­gen sol­len mög­lichst schnell in die Flä­che gebracht wer­den. „Die Digi­ta­li­sie­rung der öffent­li­chen Ver­wal­tung soll­te schnel­ler und umfas­sen­der vor­an­ge­trie­ben wer­den”, sagt Hans-Toni Juni­us, Chef des Mit­tel­stands­aus­schus­ses. E‑Government hel­fe, Büro­kra­tie und Kos­ten für Unter­neh­men abzu­bau­en. Nicht nur Fir­men dürf­ten das so sehen. Wäh­rend der Pan­de­mie-beding­ten Schlie­ßun­gen wer­den die Schwä­chen der deut­schen Büro­kra­tie sicht­bar. Digi­ta­li­sie­rung gehört dazu.

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