Bun­des­po­li­zei: Ver­dop­pe­lung der uner­laub­ten Ein­rei­sen registriert

Grenzmarkierung - BRD - Bundesrepublik Deutschland - Deutschland - Schild - HausFoto: Eine Grenzmarkierung der Bundesrepublik Deutschland, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der uner­laub­ten Ein­rei­sen nach Deutsch­land ist in den ver­gan­ge­nen Mona­ten mas­siv ange­stie­gen, ins­be­son­de­re über die deutsch-tsche­chi­sche Grenze.

Das geht aus detail­lier­ten Zah­len der Bun­des­po­li­zei her­vor, über die die „Rhei­ni­sche Post” berich­tet. So stell­te die Bun­des­po­li­zei seit Jah­res­be­ginn bis ein­schließ­lich 28. Sep­tem­ber rund 56.800 Per­so­nen bei der uner­laub­ten Ein­rei­se nach Deutsch­land fest. „Der Brenn­punkt liegt der­zeit mit mehr als 11.827 regis­trier­ten uner­laub­ten Ein­rei­sen im Jahr 2022 (Stand: 28. Sep­tem­ber) an der deutsch-tsche­chi­schen Gren­ze, davon allein im August und Sep­tem­ber 2022 mehr als 6.500”, tei­le ein Bun­des­po­li­zei-Spre­cher mit. Dem­nach wur­den im gesam­ten Jahr 2021 an die­ser Gren­ze rund 4.200 Per­so­nen festgestellt.

An der Gren­ze zu Öster­reich, wo der­zeit sta­tio­nä­re Grenz­kon­trol­len gel­ten, lie­gen die Zah­len in die­sem Jahr bis­her (bis 28. Sep­tem­ber) bei mehr als 13.700 uner­laub­ten Ein­rei­sen. „Eine stei­gen­de Ent­wick­lung der fest­ge­stell­ten uner­laub­ten Ein­rei­sen ist somit vor allem an den deut­schen Ost- und Süd­gren­zen (zur Schweiz, Öster­reich, Tsche­chi­en und Polen) erkenn­bar”, hieß es weiter.

Bun­des­weit ver­zeich­ne die Bun­des­po­li­zei täg­lich in ihrem Zustän­dig­keits­be­reich durch­schnitt­lich mehr als 400 uner­laubt ein­ge­reis­te Per­so­nen, wobei an den deut­schen Land­gren­zen grund­sätz­lich kei­ne Grenz­kon­trol­len statt­fin­den. Betrach­tet man die Lage nach Bun­des­län­dern, so kom­men die meis­ten Men­schen in Bay­ern und Sach­sen an. Von Janu­ar bis August stell­te die Bun­des­po­li­zei in Bay­ern 15.433 uner­laub­te Ein­rei­sen über die deutsch-öster­rei­chi­schen und deutsch-tsche­chi­schen Grenz­ab­schnit­te fest (im glei­chen Zeit­raum 2021: 8.706). In Sach­sen wur­den 7.397 uner­laubt ein­ge­reis­te Per­so­nen an den Grenz­ab­schnit­ten zu Polen und Tsche­chi­en fest­ge­stellt (im glei­chen Zeit­raum 2021: 2.402). „Wir wis­sen, woher sie kom­men, wo sie durch­rei­sen”, sag­te Bun­des­po­li­zei-Prä­si­dent Die­ter Romann der „Rhei­ni­schen Post”. „Was wir nicht wis­sen, ist, war­um wir über­wie­gend kei­ne Euro­dac-Tref­fer fin­den”, so Romann.

Mit dem Euro­dac-Sys­tem wer­den Fin­ger­ab­drü­cke von Asyl­be­wer­bern und Geflüch­te­ten euro­pa­weit erho­ben, zen­tral gespei­chert und abge­gli­chen. Mit den EU-wei­ten Daten­ab­gleich soll ver­hin­dert wer­den, dass Per­so­nen in meh­re­ren EU-Staa­ten Asyl bezie­hungs­wei­se inter­na­tio­na­len Schutz bean­tra­gen. Romanns Aus­sa­ge lässt sich auch auf die ver­stärk­te Migra­ti­on über Ser­bi­en sowie über Weiß­russ­land bezie­hen. „Ser­bi­en ist auf Grund sei­ner zen­tra­len geo­gra­fi­schen Lage im West­bal­kan und den natio­na­len Vis­a­re­gu­la­ri­en wei­ter­hin das Haupt­tran­sit­land für die ille­ga­le Migra­ti­on nach Mit­tel- und West­eu­ro­pa”, sag­te der Spre­cher. Von dort wür­den Migran­ten ver­su­chen, die Gren­zen nach Rumä­ni­en, Ungarn oder Kroa­ti­en zu über­win­den, um in die jewei­li­gen Ziel­län­der in der Euro­päi­schen Uni­on zu migrie­ren. „Hier­bei wer­den sie von eta­blier­ten und gewach­se­nen Schleu­ser­struk­tu­ren unter­stützt. Ins­be­son­de­re in den letz­ten Mona­ten ist eine gestie­ge­ne Migra­ti­ons­dy­na­mik zu ver­zeich­nen, was sich auch auf die Fest­stel­lungs­zah­len an der deutsch-tsche­chi­schen Gren­ze aus­wirkt”, hieß es weiter.

Wei­te­rer Pro­blem­punkt sind Ein­rei­sen über Weiß­russ­land, wie aus den Zah­len der Bun­des­po­li­zei her­vor­geht. Dem­nach wur­den bis­her in die­sem Jahr (bis 28. Sep­tem­ber) rund 4.760 uner­laub­te Ein­rei­sen mit Weiß­russ­land-Bezug ver­zeich­net. Den Schwer­punkt bil­det dabei die Gren­ze zu Polen. „Nach­dem Ende 2021 der Migra­ti­ons­druck aus Bela­rus zunächst zurück­ge­gan­gen war, ver­zeich­net die Bun­des­po­li­zei seit April 2022 wie­der einen Anstieg auf einen mitt­le­ren drei­stel­li­gen Monats­wert. Nach Erkennt­nis­sen der Bun­des­po­li­zei nut­zen die Migran­ten über­wie­gend Flug­ver­bin­dun­gen nach Mos­kau, um von dort aus über Bela­rus und Polen zu rei­sen”, so der Spre­cher. Teil­wei­se erfol­ge die Rei­se auch über bal­ti­sche Staaten.

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