Coro­na-Regeln: Meh­re­re Maß­nah­men für ver­fas­sungs­wid­rig befunden

Polizisten - Polizei - Personen - Menschen - Mundschutz - Atemschutzmaske - BerlinFoto: Polizisten mit Mundschutz (Berlin), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Laut der Staats­recht­le­rin Andrea Eden­har­ter ver­sto­ßen meh­re­re der aktu­el­len Coro­na-Regeln gegen das Grundgesetz.

So sei etwa die 15-Kilo­me­ter-Rege­lung „schon des­halb ver­fas­sungs­wid­rig, weil es dafür kei­ne hin­rei­chen­de gesetz­li­che Grund­la­ge gibt”, sag­te Eden­har­ter der „Welt” (Mon­tags­aus­ga­be). Sie ver­sto­ße zudem gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz. „Men­schen in Groß­städ­ten wie Mün­chen steht ein wesent­lich grö­ße­rer Bewe­gungs­spiel­raum zur Ver­fü­gung als den­je­ni­gen, die in einem klei­nen Ort auf dem Land leben”. Für die­se „extre­me Ungleich­be­hand­lung” gebe es „kei­ne Rechtfertigung”.

Auch die nächt­li­chen Aus­gangs­sper­ren in eini­gen Bun­des­län­dern ver­sto­ßen dem­nach gegen das Grund­ge­setz: „Sie sind ver­fas­sungs­wid­rig, weil sie zur Ein­däm­mung der Pan­de­mie nicht geeig­net sind”, sag­te Eden­har­ter, die an der Fern­uni­ver­si­tät Hagen All­ge­mei­ne Staats­leh­re lehrt. „Das Virus ver­brei­tet sich ja nicht allein des­halb, weil jemand nachts sei­ne Woh­nung ver­lässt, son­dern es kommt viel­mehr dar­auf an, wie vie­le Men­schen jemand trifft”.

Zu den ver­schärf­ten Kon­takt­be­schrän­kun­gen sag­te Eden­har­ter, dass sie mit Blick auf das Grund­ge­setz „sehr pro­ble­ma­tisch” sei­en. „Eine stil­len­de Mut­ter wird fak­tisch kei­ne Ver­wand­ten und Freun­de mehr besu­chen kön­nen, weil sie natur­ge­mäß nicht län­ge­re Zeit allei­ne unter­wegs sein kann”. Pro­ble­ma­tisch sei­en die Rege­lun­gen auch des­halb, weil man immer noch nicht sicher wis­se, wel­che Rol­le Kin­der bei der Infek­ti­ons­ver­brei­tung spiel­ten. „Für der­art mas­si­ve Grund­rechts­ein­grif­fe bräuch­te man fun­dier­te wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en, die besa­gen, dass auch Säug­lin­ge und klei­ne Kin­der einen rele­van­ten Bei­trag zur Infek­ti­ons­ver­brei­tung leis­ten können”.

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