DStGB: Kom­mu­ne ist gegen ein pau­scha­les Böl­ler-Ver­bot an Silvester

Böller - Feuewerk - Müll - Silvesternacht - Silvester - Öffentlicher PlatzFoto: Müll von Böller- und Feuerwerk nach der Silvesterparty, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Deut­sche Städ­te- und Gemein­de­bund hat sich gegen ein Pau­schal­ver­bot für pri­va­te Sil­ves­ter­feu­er­wer­ke ausgesprochen.

„Neu­jahrs-Böl­ler sind ein Aus­druck von Lebens­freu­de und soll­ten daher nicht gene­rell unter­sagt wer­den”, sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Gerd Lands­berg der „Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung” mit Blick auf aktu­el­le Vor­stö­ße der Deut­schen Umwelt­hil­fe. „Allein durch Ver­bo­te und gesetz­li­che Ein­schrän­kun­gen wird man nicht wei­ter­kom­men”, so Landsberg.

Es gehe dar­um, die Bevöl­ke­rung zu über­zeu­gen und für einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit Böl­lern und Feu­er­werks­kör­pern zu wer­ben. Aller­dings ach­te­ten die Kom­mu­nen zu Recht dar­auf, dass in der Sil­ves­ter­nacht, aber auch bei ande­ren fest­li­chen Gele­gen­hei­ten „Böl­lern nicht gren­zen­los geschieht”, sag­te der Hauptgeschäftsführer.

Beschrän­kun­gen sei­en not­wen­dig zum Bei­spiel in der Nähe von Senio­ren- und Kin­der­hei­men, Tier­hei­men oder auch aus Grün­den des Brand­schut­zes. In Innen­städ­ten mit alter Bau­sub­stanz und Fach­werk­häu­sern sei auch ein kom­plet­tes Feu­er­werks­ver­bot sinn­voll und wer­de bereits voll­zo­gen. Dies gel­te auch für Stra­ßen und Plät­ze, auf denen sich anlass­be­zo­gen grö­ße­re Men­schen­men­gen ver­sam­meln, zum Bei­spiel bei Kon­zer­ten, Stra­ßen­fes­ten oder Kundgebungen.

Mit Blick auf die Luft­ver­schmut­zung gab Lands­berg zu beden­ken, dass nicht Böl­ler und Feu­er­werk, son­dern der Ver­kehr immer noch einer der Haupt­ver­ur­sa­cher von Emis­sio­nen in den Kom­mu­nen sei. „Im Jahr 2018 ver­ur­sach­te der Ver­kehr annä­hernd 40 Pro­zent der Emis­sio­nen von Stick­stoff­oxi­den in der Luft”, hob er hervor.

Nicht pau­scha­le Böl­ler­ver­bo­te sei­en daher bei der Ver­bes­se­rung der Luft­qua­li­tät hilf­reich, son­dern zügi­ge Inves­ti­tio­nen in den öffent­li­chen Nah­ver­kehr, in den Bau von Rad­we­gen und in die Digi­ta­li­sie­rung der Ver­kehrs­sys­te­me. Bund und Län­der sei­en hier gefordert.

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