ÖPNV: Ver­kehrs­un­ter­neh­men for­dern gestaf­fel­ten Schulbeginn

Bus - Absperrung - Band - Fahrerseite - Corona - 2020Foto: Abstandsmarkierung im Bus aufgrund des Coronavirus, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Ver­band Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men for­dert die Kul­tus­mi­nis­te­ri­en und Schu­len auf, die Anfangs­zei­ten des Unter­richts zeit­lich zu staffeln.

Dies soll gesche­hen, um das Ver­kehrs­auf­kom­men in Bus­sen und Bah­nen in den Mor­gen­stun­den zu ent­zer­ren und damit auch den Gesund­heits­schutz in Coro­na-Zei­ten zu erhö­hen. „Die Beein­träch­ti­gung des Schul­be­trie­bes wäre mini­mal, wenn die jün­ge­ren Kin­der gegen 08:00 Uhr star­ten wür­den und die älte­ren zeit­ver­setzt – bei­spiels­wei­se eine Stun­de – spä­ter”, sag­te der VDV-Prä­si­dent Ingo Wort­mann den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Diens­tag­aus­ga­ben). „Der ver­kehr­li­che Effekt wäre enorm. Die Kapa­zi­tät und damit der zur Ver­fü­gung ste­hen­de Platz in den Fahr­zeu­gen wür­de sofort um min­des­tens 20 Pro­zent steigen”.

Dies wür­de auch ins­ge­samt den mor­gend­li­chen Ver­kehr ent­las­ten. Bis­lang set­zen sich die zustän­di­gen Minis­te­ri­en und Behör­den „viel zu sel­ten ernst­haft mit dem wich­ti­gen The­ma der Schü­ler­be­för­de­rung aus­ein­an­der”, kri­ti­sier­te der Ver­bands­chef. Die Pla­nun­gen ende­ten oft am Schul­tor. Das löse aber die Kapa­zi­täts­pro­ble­me bei der Schü­ler­be­för­de­rung nicht. „Es müss­ten sich mal alle Ver­ant­wort­li­chen an einen Tisch set­zen und gemein­sa­me Lösun­gen beschlie­ßen – und zwar unab­hän­gig von Coro­na”, for­der­te Wortmann.

Die Nach­fra­ge und Aus­las­tung des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs ist tra­di­tio­nell rund um den Schul­be­ginn am stärks­ten. Zu der Zeit befin­den sich neben Schü­lern auch vie­le Berufs­tä­ti­ge und Pend­ler in den Bus­sen und Bah­nen. Die Ver­kehrs­un­ter­neh­men setz­ten in die­ser Zeit bereits das vol­le Ange­bot an Bus und Bahn ein, teil­wei­se sogar mehr als noch vor der Pan­de­mie, berich­tet Wort­mann. „In den Haupt­ver­kehrs­zei­ten gibt es kei­ne eige­nen Reser­ven an Bus­sen oder Fah­rern mehr”, so der VDV-Prä­si­dent. „Es fährt alles, was fah­ren kann.” Nach dem star­ken Rück­gang der Fahr­gäs­te im Früh­jahr auf rund 20 Pro­zent lagen die Fahr­gast­zah­len zuletzt bun­des­weit wie­der im Schnitt bei etwa 70 Pro­zent des Vor­kri­sen­ni­veaus, berich­te­te der Ver­bands­chef. Den Rück­gang füh­ren die Ver­kehrs­un­ter­neh­men vor allem auf die Kurz­ar­beit, das Weg­fal­len von Groß­ver­an­stal­tun­gen und Home­of­fice zurück.

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