Paris: Euro­pä­er rüs­ten sich für eine bemann­te Raumfahrt

Erde - Weltraum - Planet - AllFoto: Die Erde aus dem Weltraum aufgenommen, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Euro­pas Welt­raum­agen­tur ESA stellt die Wei­chen für eine bemann­te Raum­fahrt mit eige­nen neu­en Raketen.

„Ich bin über­zeugt, dass Euro­pa eines Tages eine bemann­te Trans­port­ka­pa­zi­tät haben wird”, sag­te Dani­el Neu­en­schwan­der, ESA-Direk­tor für Raum­fahr­zeug­trä­ger der „Welt am Sonn­tag”. Die Ent­schei­dung dar­über ste­he zwar nicht kurz­fris­tig an, aber die ESA berei­te die­se Opti­on jetzt vor.

Dem­nächst wer­de die ESA Stu­di­en „für neue Start­lö­sun­gen in Auf­trag geben”. Dabei sol­le eine „bemann­te Ver­si­on eine Opti­on sein”, sag­te Neu­en­schwan­der. Er wür­de es begrü­ßen, wenn Euro­pa mög­lichst schnell eige­ne bemann­te Mis­sio­nen umset­zen könn­te. „Je frü­her, umso bes­ser.” Doch letzt­lich sei das eine poli­ti­sche Entscheidung.

Vor 30 Jah­ren gab es mit dem Raum­glei­ter „Her­mes” bereits Plä­ne für eine bemann­te Raum­fahrt. Wegen hoher Kos­ten wur­de die­ses Pro­jekt jedoch 1992 beer­digt. Seit­her muss Euro­pa nach Mit­flug­ge­le­gen­hei­ten sei­ner Astro­nau­ten bei Pro­jek­ten Russ­lands oder der USA suchen. Der­zeit kön­nen nur die USA, Russ­land und Chi­na selbst Men­schen in den Welt­raum schicken.

Aktu­ell sorgt noch der Unter­neh­mer Elon Musk mit sei­nem Raum­fahrt­un­ter­neh­men SpaceX für Auf­se­hen, weil er vier Men­schen mit sei­ner Rake­te zur Raum­sta­ti­on ISS schick­te und eine Flot­te mit Tau­sen­den Inter­net-Satel­li­ten aufbaut.

ESA-Direk­tor Neu­en­schwan­der bestä­tig­te, dass es Kos­ten­stei­ge­run­gen und Ver­zö­ge­run­gen bei Euro­pas neu­er Groß­ra­ke­te Aria­ne 6 gibt. Mit den auf 230 Mil­lio­nen Euro bezif­fer­ten Zusatz­kos­ten wür­de Euro­pas neue Groß­ra­ke­te fast vier Mil­li­ar­den Euro kos­ten. Der Erst­flug wird jetzt bis Mit­te 2022 erwar­tet. Letzt­lich „steht eine Neu­ver­hand­lung des Gesamt­mo­dells Aria­ne 6 an”, sag­te der ESA-Direktor.

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