Poli­tik: Die Grü­nen wol­len Inlands­flü­ge durch Bahn über­flüs­sig machen

Köln-Nippes - Deutsche Bahn - S6Foto: Sicht auf die S-Bahn 6 in Fahrtrichtung Bergisch Gladbach (Köln-Nippes)

Mehr Züge, dich­te­rer Takt, ver­läss­li­che Fahr­plä­ne und güns­ti­ge­re Tickets: Damit wol­len die Grü­nen dem zuneh­men­den Flug­ver­kehr in Deutsch­land begegnen.

„Bis 2035 wol­len wir Inlands­flü­ge wei­test­ge­hend obso­let machen”, heißt es in einem Autoren­pa­pier aus der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, über das die „Süd­deut­sche Zei­tung” (Diens­tag­aus­ga­be) berich­tet. So sol­le die Bahn jähr­lich drei Mil­li­ar­den Euro bekom­men, um das Schie­nen­netz aus­zu­bau­en und schnel­ler zu machen.

Ziel sei es, die Fahr­zeit zwi­schen mög­lichst vie­len Orten im Inland und ins benach­bar­te Aus­land auf „maxi­mal vier Stun­den” zu sen­ken. Kon­kret nen­nen die Autoren die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Köln und Düs­sel­dorf nach Ber­lin, Ham­burg oder in Rich­tung Mün­chen sowie die Ver­bin­dung zwi­schen Frank­furt und Berlin.

Dazu müss­ten vie­ler­orts rasch Eng­päs­se besei­tigt wer­den. Zudem brau­che es mehr Züge in den Mor­gen- und Abend­stun­den, um auch Geschäfts­rei­sen­den die Bahn schmack­haft zu machen. Das ver­lan­ge aller­dings auch pünkt­li­che­re Züge und ein brauch­ba­res WLAN in den Zügen. Alter­na­tiv zu inter­na­tio­na­len Flü­gen soll ein „euro­päi­sches Nacht­zug­netz” Rei­sen­de auf die Schie­ne locken.

Ver­gan­ge­ne Woche war Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze (SPD) mit der Idee vor­ge­prescht, die bestehen­de Luft­ver­kehrs­steu­er zu erhö­hen. Die Abga­be belas­tet hier­zu­lan­de Flü­ge inner­halb Euro­pas mit gut sie­ben Euro. Das geht den Grü­nen nicht weit genug. Neben einem CO2-Preis von 40 Euro je Ton­ne brau­che es die „schritt­wei­se Ein­füh­rung der Kero­sin­steu­er für Inlands­flü­ge”. Die­se müs­se schritt­wei­se an den Steu­er­satz für Ben­zin ange­gli­chen wer­den, aktu­ell 65 Cent je Liter.

Für inner­eu­ro­päi­sche Flü­ge brau­che es eine euro­päi­sche Kero­sin­steu­er, die anfangs von „mög­lichst vie­len wil­li­gen EU-Staa­ten” erho­ben wer­den könn­te, spä­ter auf EU-Ebe­ne. Bei der Eisen­bahn dage­gen sol­le die Mehr­wert­steu­er von 19 auf sie­ben Pro­zent sin­ken. Auch Tras­sen­prei­se und Strom­steu­er wol­len die Grü­nen sen­ken. „Es kann nicht sein, dass das Flug­zeug als kli­ma­schäd­lichs­ter Ver­kehrs­trä­ger noch immer mit Mil­li­ar­den­be­trä­gen sub­ven­tio­niert wird, wäh­rend die umwelt­freund­li­che Bahn chro­nisch unter­fi­nan­ziert ist”, sag­te Danie­la Wag­ner, eine der Autorin­nen des Papiers.

Prei­se müss­ten auch im Luft­ver­kehr die öko­lo­gi­sche Wahr­heit abbil­den. „Gleich­zei­tig muss die Bahn gestärkt wer­den, indem Stre­cken neu gebaut und aus­ge­baut wer­den und indem sie ver­läss­lich, pünkt­lich und bezahl­bar wird.”

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