Tech­ni­ker: Ver­si­cher­te müs­sen sich auf stei­gen­de Bei­trä­ge einstellen

Techniker Krankenkasse - TK - Habsburgerring - Eingang - Pilgrimstraße - Köln-Altstadt-SüdFoto: Habsburgerring Eingang der Techniker Krankenkasse (Köln-Altstadt)

Nach Jah­ren sta­bi­ler Bei­trä­ge müs­sen sich die gesetz­lich Ver­si­cher­ten auf stei­gen­de Sät­ze einstellen.

„Auch in der Kran­ken­ver­si­che­rung sind die rich­tig guten Jah­re wohl vor­bei”, sag­te der Chef der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se, Jens Baas, dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Mon­tags­aus­ga­ben). Die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung müs­se die Kos­ten der Refor­men aus der lau­fen­den und der vor­an­ge­gan­ge­nen Wahl­pe­ri­ode ver­kraf­ten, die sich auf zehn bis 15 Mil­li­ar­den Euro jähr­lich summierten.

„Bis­her konn­te das durch die gute Beschäf­ti­gungs­la­ge und die star­ke Zuwan­de­rung auf­ge­fan­gen wer­den. Aber dar­auf kön­nen wir uns lang­fris­tig nicht stüt­zen”, so Baas. „Bei sin­ken­den Ein­nah­men und stei­gen­den Aus­ga­ben wer­den die Kran­ken­kas­sen ihre heu­ti­gen Bei­trags­sät­ze auf Dau­er nicht hal­ten kön­nen”, sag­te der TK-Chef.

Baas for­der­te ange­sichts der schwie­ri­ger wer­den­den Lage Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) auf, die geplan­te Reform des Finanz­aus­gleichs zwi­schen den Kas­sen end­lich umzu­set­zen. „Kommt die Finanz­re­form nicht oder nur unvoll­stän­dig, besteht die Gefahr, dass schon bald Kas­sen in die Plei­te schlittern.”

Zur Erklä­rung sag­te er, die AOK-Kas­sen bekä­men der­zeit rund 1,3 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr mehr, als sie zur Ver­sor­gung ihrer Ver­si­cher­ten aus­ge­ben. „Das Geld fehlt ent­spre­chend bei den ande­ren Kas­sen. Die Situa­ti­on ist kri­tisch”, so Baas.

Der Kas­sen-Chef plä­dier­te zudem für umfang­rei­che Refor­men, um die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung auf dem Land – in Ost und West – zu ver­bes­sern. „Jah­re­lang hat die Poli­tik sich im Klein-Klein ver­lo­ren. Wir benö­ti­gen end­lich einen gesamt­deut­schen Mas­ter­plan, um die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung auch auf dem Land sicher­zu­stel­len, heu­te und vor allem für die Zukunft”, sag­te der TK-Chef.

Man müs­se die Pro­ble­me lösen, etwa den Man­gel an Haus­ärz­ten. „Dass AfD wäh­len die­se kon­kre­ten Pro­blem­lö­sun­gen vor­an bringt, bezweif­le ich per­sön­lich doch stark”, sag­te Baas mit Blick auf die Wahl­er­geb­nis­se bei den zurück­lie­gen­den Land­tags­wah­len in Sach­sen und Brandenburg.

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.