Ver­brau­cher­schüt­zer war­nen vor Auf­wei­chung des EU-Gentechnikrechts

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (VZBV) hat vor einem Auf­wei­chen des EU-Gen­tech­nik­rechts gewarnt. Der aktu­el­le Rechts­rah­men sor­ge für „Sicher­heit und Wahl­frei­heit” für Ver­brau­cher, sag­te VZBV-Geschäfts­be­reichs­lei­te­rin Michae­la Schrö­der am Mon­tag. „Es ist als Aus­druck des Vor­sor­ge­prin­zips eine wich­ti­ge Errun­gen­schaft der Euro­päi­schen Union.” 

Die EU-Kom­mis­si­on erwä­ge aber, das aktu­el­le Recht auf­zu­wei­chen und so neue gen­tech­ni­sche Ver­fah­ren ohne detail­lier­te Risi­ko­be­wer­tung zuzu­las­sen, kri­ti­sier­te Schrö­der. „Die­se neu­en Ver­fah­ren kön­nen zu unge­woll­ten Ver­än­de­run­gen oder neu­en bio­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten von Pflan­zen und Tie­ren füh­ren, die bei kon­ven­tio­nel­ler Züch­tung kaum zu erwar­ten sind.” Die­se „unbe­ab­sich­tig­ten Effek­te” könn­ten etwa ein­tre­ten, wenn ein Ein­griff ins Erb­gut von Pflan­zen oder Tie­ren statt­fin­de. Daher sei­en eine „umfas­sen­de Risi­ko­prü­fung und ein Zulas­sungs­ver­fah­ren” nötig, „um die Sicher­heit der Ver­fah­ren zu garan­tie­ren und unge­woll­te Effek­te auf Men­schen, Tie­re und die Umwelt aus­zu­schlie­ßen”, so die VZBV-Exper­tin. Der recht­li­che Rah­men, der bis­lang für Gen­tech­nik gilt, müs­se auch für neue gen­tech­ni­sche Ver­fah­ren gel­ten. „Die Bun­des­re­gie­rung soll­te sich auf EU-Ebe­ne für eine kon­se­quen­te Anwen­dung des Vor­sor­ge­prin­zips bei der Gen­tech­nik ein­set­zen und ein Auf­wei­chen bestehen­der Rege­lun­gen ver­hin­dern”, sag­te Schröder.

Foto: Win­ter­wei­zen in frü­hem Sta­di­um, über dts Nachrichtenagentur

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