Immer mehr Men­schen wegen nicht bezahl­ter Geld­stra­fen im Gefängnis

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Zahl der Men­schen, die in Deutsch­land im Gefäng­nis sit­zen, weil sie eine Geld­stra­fe nicht bezah­len kön­nen, hat in den letz­ten Jah­ren deut­lich zuge­nom­men. Das teil­te ein Spre­cher des Bun­des­am­tes für Jus­tiz dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” mit. Allein am Stich­tag 30. Juni 2022 ver­büß­ten dem­zu­fol­ge ins­ge­samt 4.411 Frau­en und Män­nern aus die­sem Grund eine Ersatzfreiheitsstrafe. 

Am Stich­tag 31. August 2021 lag die Zahl bei 3.830, ein Jahr zuvor bei 3.079. Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann (FDP) möch­te dies ändern und Para­graf 43 des Straf­ge­setz­bu­ches so fas­sen, dass Betrof­fe­ne nicht mehr pro Tages­satz einen Tag ins Gefäng­nis müs­sen, son­dern nur noch einen hal­ben. Der Bun­des­ge­schäfts­füh­rer des Deut­schen Rich­ter­bun­des, Sven Rebehn, sag­te dem RND dazu: „Der Deut­sche Rich­ter­bund sieht die Plä­ne für eine Hal­bie­rung der Ersatz­frei­heits­stra­fe kri­tisch.” Zen­tra­le Auf­ga­be der Ersatz­frei­heits­stra­fe sei es, die Zah­lung einer ver­häng­ten Geld­stra­fe sicher­zu­stel­len. „Von der dro­hen­den Frei­heits­ent­zie­hung geht ein erheb­li­cher Anreiz zur Zah­lung aus. Die­se Wir­kung wür­de deut­lich geschwächt, wenn die zu erwar­ten­de Zeit im Gefäng­nis künf­tig wesent­lich kür­zer ausfiele.”

Foto: Gefäng­nis, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.