Füh­ren­de Ampel­ver­tre­ter kri­ti­sie­ren Umgang miteinander

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Füh­ren­de Ver­tre­ter der Ampel­ko­ali­ti­on haben ein zum Teil schlech­tes Zusam­men­spiel beklagt. „Ins­be­son­de­re die Grü­nen haben eine gewis­se Nei­gung, die Din­ge immer wie­der neu zu dis­ku­tie­ren”, sag­te Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Vol­ker Wis­sing (FDP) in einem „Spiegel”-Gespräch, in dem er mit Grü­nen-Frak­ti­ons­chefin Brit­ta Haßel­mann und SPD-Gene­ral­se­kre­tär Kevin Küh­nert Bilanz nach einem Jahr Ampel zog. „Das ist nicht hilf­reich”, so Wissing. 

„Ich wür­de mir wün­schen, dass man zu den gefun­de­nen Kom­pro­mis­sen steht und sagt: Das ist so ver­ein­bart. Dann ist das eben so.” Es sei auch für die Bevöl­ke­rung nicht wirk­lich hilf­reich, wenn man den Ein­druck ver­mitt­le, dass man als Regie­rung vier Jah­re lang Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen füh­re, so Wis­sing. „Ich wür­de mir von den Grü­nen wün­schen, dass sie auf allen Ebe­nen mit gro­ßer Dis­zi­plin zu den Kom­pro­mis­sen ste­hen, die wir gefun­den haben. Weil ich manch­mal den Ein­druck habe, dass sie an einer Stel­le die Kom­pro­mis­se ver­tei­di­gen und an ande­rer Stel­le bekämp­fen.” Küh­nert schloss sich die­sem Wunsch an. Haßel­mann sag­te hin­ge­gen: „Es wäre doch absurd zu sagen: Debat­ten wer­den nicht geführt, stoppt alle Debat­ten.” Wenn gesell­schaft­li­che Debat­ten geführt wer­den wie über das Tem­po­li­mit, „dann wer­den wir Grü­nen auch künf­tig mit­re­den”. Man stra­pa­zie­re sich gegen­sei­tig, sag­te Haßel­mann. Es stö­re sie, „wenn wir offe­ne Fra­gen nicht schnell klä­ren kön­nen und die FDP öffent­lich Stim­mung macht. Wie beim Bür­ger­geld. Da hät­ten sie sich die eine oder ande­re öffent­li­che Bemer­kung spa­ren kön­nen.” Der Umgang mit­ein­an­der sei „zu oft nicht all­zu part­ner­schaft­lich”. Küh­nert for­der­te unter­des­sen Jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann (FDP) auf, den Schutz von Mie­tern „weni­ger gemäch­lich” anzu­ge­hen. „Bei der Umset­zung ver­plem­pert er wert­vol­le Zeit. Mei­ne Her­zens­wär­me für die Libe­ra­len wäre noch grö­ßer, wenn das Tak­tie­ren bei solch ele­men­ta­ren Schutz­rech­ten auf­hör­te”, so Küh­nert. Wis­sing und Küh­nert sag­ten, dass sie sich auch in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode eine Ampel­re­gie­rung vor­stel­len könn­ten. Eine Ampel unter Füh­rung der Grü­nen schloss Wis­sing jedoch aus: „Weil wir die Lösun­gen, die wir in den letz­ten Mona­ten gefun­den haben, unter grü­ner Füh­rung nicht gefun­den hät­ten. Die Füh­rung durch Olaf Scholz ist schon sehr wich­tig für die­ses Bündnis.”

Foto: Unter­schrift des Ampel-Koali­ti­ons­ver­trags am 7.12.21, über dts Nachrichtenagentur

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