Ban­ken wol­len Gebüh­ren wie­der ohne Ein­wil­li­gung anhe­ben können

Frankfurt/Main (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die deut­schen Ban­ken und Spar­kas­sen wol­len die Zustim­mungs­pflicht bei Gebüh­ren­er­hö­hun­gen wie­der los­wer­den. Sie stre­ben eine Ände­rung des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches (BGB) an, sodass Preis­an­he­bun­gen bei Giro­kon­ten grund­sätz­lich ohne expli­zi­te Ein­wil­li­gung der Kun­den mög­lich wären – wie es bis vor zwei Jah­ren der Fall war. Das geht aus einem Posi­ti­ons­pa­pier der Deut­schen Kre­dit­wirt­schaft (DK) her­vor, über das das „Han­dels­blatt” (Frei­tag­aus­ga­be) berichtet. 

Ein Modell der aus­drück­li­chen Zustim­mung zu Ver­trags­än­de­run­gen sei nicht mas­sen­taug­lich und „für die Kun­den eher eine über­flüs­si­ge Zumu­tung als eine Ver­bes­se­rung”, heißt es in dem DK-Papier. Hin­ter­grund ist ein Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs von April 2021. Dem­nach müs­sen Geld­häu­ser bei Ände­run­gen der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB), zum Bei­spiel bei Preis­er­hö­hun­gen, die aus­drück­li­che Zustim­mung ihrer Kun­den ein­ho­len. Geklagt hat­te der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band gegen die Post­bank, die die Prei­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mehr­fach ange­ho­ben hat­te. Kon­kret schla­gen die Ban­ken­ver­bän­de, die sich in der DK zusam­men­ge­tan haben, vor, dass §675g BGB ergänzt wird. Das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um teil­te auf Anfra­ge mit, es prü­fe der­zeit, ob sich im Lich­te des BGH-Urteils eine Ände­rung des AGB-Rechts emp­feh­le. „Die­se Prü­fung ist noch nicht abge­schlos­sen.” Gegen­stand der Prü­fung sei auch der Vor­schlag der Kreditwirtschaft.

Foto: Frank­fur­ter Ban­ken­tür­me im Nebel, über dts Nachrichtenagentur

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